Die Wahlen sind vorbei, Shabbat Shalom!

Guten Morgen liebe Leser!

Wir haben es geschafft! Wir haben gewählt und die Woche neigt sich ihrem Ende entgegen. Auch war es die zweite Woche mit Israel Direkt. Für mich also eine ganz besondere Zeit.

Da ich ja in meinem neuen Lebensabschnitt jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit nach Ramat Gan fahre und erst am Abend wieder nach Hause komme, habe ich leider wieder damit begonnen, die Einkäufe zum Wochenende erst am Freitag zu erledigen. Nicht optimal, aber ich gewöhne mich daran. Am Freitagmorgen durch die Geschäfte zu gehen, hat auch eine nette Seite. Man bekommt mehr von der besonderen Freitagsatmosphäre mit. Die Cafés sind voll, es gibt immer mehr davon, da unser Stadtzentrum in Modiin noch ganz neu ist. Vielleicht könnte ich mal einen Spaziergang zusammen mit Euch machen, wenn Ihr Lust dazu habt.

Ist es eigentlich in Ordnung, dass ich mich mit „Du“ an Euch wende? Hier bei uns in Israel gibt es dieses „Sie“ gar nicht. Allerdings kann man einen Fremden mit „Adoni“ (mein Herr) oder „Gvirti“ (meine Frau) ansprechen. Man sagt aber weiter das Wort „Du (auf Hebräisch „ata“ zum Mann und „at“ zu einer Frau).So, damit beenden wir unsere kleine Hebräisch-Stunde.

Bei uns ist drei Tage nach den Wahlen und der Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses irgendwie etwas Ruhe eingekehrt. Es geht jetzt darum, wie die kommende Regierung aussehen wird und nicht mehr darum, wie es passieren konnte, dass der Block um Yair Lapid bei den Wahlen derart gescheitert ist, obwohl seine Partei „Jesh Atid“ das beste Ergebnis aller Zeiten erzielte. Das Dumme für den „Bloss-Nicht-Bibi-Block“ war, dass Lapid die Stimmen von den anderen Parteien seines Blocks geklaut hat, oder „getrunken“, wie man es in unseren Medien sagt. Die Meretz Partei ist zum ersten Mal seit ihrer Gründung im Jahr 1992 nicht mehr in der Knesset vertreten und die Arbeitspartei hat gerade einmal vier Sitze bekommen, was Itzhak Rabin wohl dazu sagen würde.

Heute ist übrigens der 4. November, ein Datum, das ich niemals vergessen werde. Am 4. November 1995 wurde der ehemalige Ministerpräsident Itzhak Rabin nach einer Kundgebung in Tel Aviv ermordet. Ich erinnere diesen Tag, als sei es gestern gewesen. Es war ein ganz normaler Shabbat, am Abend schaute ich mir zusammen mit meiner Frau einen Film im Fernsehen an, „Crocodile Dundee“, der dann plötzlich unterbrochen wurde. Das sah so aus:

Meldung von Schüssen auf Itzhak Rabin

Am Anfang dachten wir gar nicht, dass die Situation so ernst ist. Das wurde uns aber kurz später klar, denn der Film wurde nicht weiter gesendet. Ich hatte fast die ganze Nacht vor dem Fernseher gesessen und kaum geschlafen. Am nächsten Tag, ein Sonntag, spürte ich eine ganz eigenartige Atmosphäre, die Menschen waren im Schock. Mein Chef beim israelischen Fernsehen rief mich an und sagte, er würde zu Hause bleiben und fragte, ob ich alleine klarkommen würde. Ich beruhigte ihn, er brauche sich keine Sorgen zu machen. Er war völlig schockiert. Die offiziellen Gedenktage richten sich bei uns nach dem jüdischen Kalender, sodass der Tag des Mordes an Rabin dieses Jahr auf den 6. November fällt. Es ist der 12. des Monats Cheshwan. Dieser Tag wurde im Jahr 1997 von der Knesset als offizieller Gedenktag an Itzhak Rabin festgelegt.

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, erzählt in einem Video, was er an jenem Abend des 4. November 1995 gemacht hatte:

So, jetzt haben wir erst einmal Wochenende, der Shabbat steht vor der Tür. Morgen Abend werden dann die Diskussionen um die Bildung der nächsten Regierung beginnen. Staatspräsident Herzog wird Benjamin Netanjahu mit der Bildung der Regierung beauftragen, wofür er vier Wochen Zeit hat. Da der Block um Netanjahu in diesen Wahlen die eindeutige Mehrheit von 64 Sitzen erhalten hat, sollte es diesmal keine größeren Probleme geben und ich bin optimistisch, was den Termin für die nächsten Wahlen betrifft, diese sollten nun erst im November 2026 stattfinden. Wir haben in den letzten dreieinhalb Jahren wirklich mehr als genug gewählt.

Mit der Bildung der Regierung werde ich mich in der nächsten Woche beschäftigen, trotz des Sieges von Netanjahu, wird er es nicht leicht haben, es allen recht zu machen.

Shabbat Shalom, Bild: Dov Eilon

Und jetzt wünsche ich Euch ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Am Sonntag geht es dann weiter mit Israel Direkt. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir helfen könntet, Israel Direkt bekannter zu machen, damit wir noch mehr Menschen erreichen können. Shabbat Shalom aus Modiin!



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  1. תודה רבה על המילים ברגל יום הזיכרון יצחק רבין ז“ל. אני כתבתי פורסים על פייסבוק ועל טוויטר. בעברית, השפה שאני אוהב כל כך!

    יום שנישבא, אדבר כאן, בגרמניה, על .
    יצחק רבין.
    הוא היה חיל, פוליטיקאים, ובסוף , גם חיל שלום.
    אני חושב שהוא היה איש גדול למדינת ישראל.

    שבת שלום!

  2. Hallo, die Berichte aus Israel finde ich sehr interessant. So hautnah werden wir hier in Deutschland nicht informiert.
    Leider kann ich Israel nicht besuchen weil es einfach zu teuer ist. Der Bericht mit den Pfandflaschen fand ich sehr witzig
    Liebe Grüsse aus Bergisch Gladbach. (Liegt ca. 20 km von Köln entfernt.)

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