Terrorist oder seelisch Kranker?

In Deutschland hätte man es immer lieber, wenn es sich bei einem Messerstecher, wie der von gestern im Zug nach Hamburg, um einen seelisch Kranken und nicht um einen Terroristen handelt.

Guten Morgen liebe Leser!

Wir haben ihn wieder erreicht, den Donnerstag, den „frohen Donnerstag“, denn morgen ist schon wieder Wochenende. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass mein Zug heute relativ leer ist. Denn heute wird mehr in die entgegengesetzte Richtung gefahren. Heute Abend wird mein Zug nach Hause proppevoll werden, wenn unsere Soldaten nach einer langen Woche endlich wieder nach Hause fahren können.

Als ich gestern Abend zum ersten Mal von der Messerattacke im Zug nach Hamburg hörte, reagierte ich zunächst gar nicht besonders. Doch dann wurde mir klar, dass die Attacke in Norddeutschland, meiner alten Heimat, und nicht hier bei uns in Israel stattgefunden hat. Es ist schon irgendwie traurig, dass wir Vorfälle wie eine Messerattacke als etwas akzeptieren, dass ab und zu mal passieren kann.

Und dann las ich, dass die Tat von einem „Palästinenser“ begangen wurde. Ich habe mit der Zeit festgestellt, dass man sich in Deutschland schwer damit tut, dass es sich bei einem Vorfall wie deoesm grausamen Mord an zwei unschuldige Menschen um einen Akt des Terrors handelt. In Deutschland hätte man es viel lieber, wenn es sich bei dem Täter um einen seelisch Kranken gehandelt hätte, dann könnte man die Tat wieder verharmlosen, anstatt zuzugeben, dass es ein Problem gibt. Ich nenne Täter wie diesen Palästinenser aus Gaza, wie ich gelesen habe, einen Terroristen. Und das, was gestern im Zug nach Hamburg geschah, war ein Terroranschlag, ganz egal welche Hintergründe dieser Anschlag hatte. Vielleicht sollte man sich in Deutschland etwas mehr um die Sicherheit kümmern.

Immer wenn ich zu Besuch in Deutschland war, hatte ich ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich in ein Einkaufszentrum ging, ohne am Eingang kontrolliert zu werden. Hier bei uns ist das etwas selbstverständliches, am Eingang seine Tasche zu öffnen, oder durch den Metalldetektor zu gehen. Auf diese Weise kann man ein Messer entdecken, bevor es für eine Gewalttat oder einen Anschlag benutzt werden könnte. Leider passiert das hier in Israel sehr häufig, dass ein Terrorist mit einem Messer erwischt wird. Ohne die Sicherheit hätten wir hier bei uns viel mehr Anschläge.

Das fand ich beim Stöbern auf Twitter

Das erinnert mich jetzt an eine besonders schwierige Zeit zwischen den Jahren 2001 und 2005, die Zeit der sogenannten zweiten Intifada. Es verging kaum ein Tag, an dem es nicht mindestens einen Terroranschlag gegeben hatte. Cafés, Restaurants und Busse waren die „beliebtesten“ Ziele der Terroristen. In dieser Zeit begann man, vor fast jedem Lokal oder Geschäft und auch an Bushaltestellen einen Wachmann hinzustellen. Das war natürlich eine extreme Zeit. Aber auch heute sind Sicherheitskontrollen an Eingängen zu grösseren Geschäften und an Einkaufszentren eine Selbstverständlichkeit geworden.

Ich denke jetzt nicht, dass man auch in Deutschland überall Wachleute einsetzen muss, aber an Orten wie Bahnhöfe und grossen Einkaufszentren, also Orte, an denen sich viele Menschen versammeln, denke ich, sollte man eine Sicherheitskontrolle schon in Erwägung ziehen, anstatt immer nur darauf zu hoffen, dass es sich bei den Angreifern um seelisch Kranke gehandelt hatte.

Ich nähere mich schon wieder der Station, wo ich aussteigen muss. Ein neuer Tag. Ich wünsche Euch einen wunderschönen und vor allem ruhigen Donnerstag und schon jetzt ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Am späten Nachmittag und auch morgen gibt es dann wieder aktuelle Nachrichten aus Israel. Macht es gut. Shalom aus Israel!



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