Zu viel Gewalt

Heute gibt es in unserem Gesundheitssystem einen Warnstreik gegen die zunehmende Gewalt gegenüber dem medizinischen Personal. Leider ist die Gewalt auch anderswo anzutreffen.

Guten Morgen liebe Leser!

Ich begrüße Euch zum heutigen Montag. Ich hoffe, Ihr hattet ein angenehmes Wochenende. Auch wenn ich meine Arbeitswoche schon am Sonntag beginne, habe ich bei der Arbeit trotz allem etwas mehr Ruhe als an den anderen Wochentagen. Das liegt daran, dass meine Arbeit von den Geschäftszeiten im Ausland abhängig ist. Daher ist der Sonntag immerhin ein etwas ruhiger Arbeitstag als die anderen Tage. Heute geht es also richtig los.

Das israelische Gesundheitssystem legt heute allerdings eine Pause ein. Die Krankenhäuser und einige Filialen der Krankenkassen arbeiten heute wie am Shabbat. Das tun sie nicht, weil sie sich ausruhen möchten. Vielmehr handelt es sich hier um einen Protest-Streik, eine Warnung, dass es so nicht weitergehen kann. Damit sind jetzt nicht die Arbeitsbedingungen oder Löhne gemeint, obwohl auch dort viel zu verbessern wäre. Nein, es geht um die Gewalt, der viele Ärtzte und und andere Mitglieder des medizinischen Personals ausgesetzt sind.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Patienten die Geduld verlieren, oder dass Angehörige nicht verstehen, warum gerade ihr Verwandter nicht gerettet werden konnte. Bei einem der letzten Vorfälle war im Krankenhaus von Beer Sheva ein Elternpaar auf einen Kinderarzt losgegangen, weil ihnen alles zu lange gedauert hatte. Der Arzt wurde zu Boden geworfen, gekratzt, gebissen und auf das übelste beschimpft. Er ist aber noch relativ glimpflich davongekommen, doch die Seele ist verletzt. Er hat diesen Vorfall sehr schwer genommen. Die Eltern wurden sofort in Untersuchungshaft gesteckt.

Leider gab es in der Vergangenheit viel schlimmere Vorfälle als dieser. Vor ein paar Jahren kam eine Krankenschwester in einer Filiale einer Krankenkasse ums Leben, nachdem ein Patient das Zimmer in Brand gesteckt hatte.

Überhaupt wird in letzter Zeit sehr viel über Gewalt gesprochen. Denn Gewalt gibt es leider überall, auf den Straßen und auch in Schulen. Und leider manchmal auch unter den Politikern. Auch die gesprochenen Worte können manchmal als Gewalt bezeichnet werden. Das sehen wir gerade jetzt, wo auf den Straßen gehen die Regierung demonstriert wird. Dort schmeißt man oft mit sehr unschönen Worten um sich, um die andere Seite zu verletzten. Warum können wir nicht einfach etwas ruhiger sein? Viele Menschen verlieren viel zu schnell die Geduld. Ist das ein rein israelisches Problem? Was sagt Ihr dazu?

Hier bei mir im Zug herrscht allerdings eine absolute Stille. Nicht ein Wort wird gesprochen. Die meisten Leute sind mit ihren Handys beschäftigt, einige andere lesen die vor dem Bahnhof verteilte Zeitung. Aber es wird nicht ein einziges Wort gesprochen. Auch meine Tochter, die neben mir sitzt, nutzt die Fahrt, um sich noch etwas auszuruhen, bevor sie ihren Studientag wieder beginnt.

Und jetzt, wie fast in jedem meiner morgendlichen Artikel, noch etwas in eigener Sache. Wie Ihr sicher bemerkt habt, gibt es hier auf Israel Direkt jetzt wesentlich mehr Nachrichten als bisher, da ich mich mit einer Nachrichtenagentur verbunden habe. Da dies sehr kostspielig ist, hatte ich gestern die Möglichkeit einer monatlichen Unterstützung erwähnt, damit ich diese Seite immer weiter entwickeln kann. Denn der Betrieb der Seite kostet mich mehrere hundert Shekel im Monat. Ich möchte aber klarstellen, dass ich niemals von meinem Lesern Geld verlangen werde, um die Artikel dieser Seite zu lesen. Damit würde ich mein Ziel für diese Seite verfehlen. Aber natürlich freue ich mich über jede Unterstützung, die mir hilft, diese Seite langfristig zu betreiben und weiter zu entwickeln.

Und jetzt muss ich ganz schnell aus dem Zug steigen, sonst werde ich meine Arbeit verpassen. Ich wünsche Euch einen angenehmen und vor allem ruhigen Tag. Wir „lesen“ uns heute Abend wieder. Machte es gut. Shalom aus Israel!



Kategorien:Der Blog

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: