Mittwoch, fast wie Sonntag

Nachdem ich gestern zu Hause gearbeitet habe, habe ich heute das Gefühl, als hätten wir Sonntag. Auf dem Weg zum Bahnhof vermisste ich den Zeitungsmann. Aber heutzutage liest man sowieso viel weniger Zeitung als früher.

Guten Morgen liebe Leser!

Es ist kaum zu glauben, aber wir haben schon wieder Mittwoch. Ab diesem Tag fühle ich mich immer etwas wie am Sonntag, weil ich gestern, wie jeden Dienstag, von zu Hause aus gearbeitet habe. Das ist auch der Grund, warum ich mich gestern Morgen nicht gemeldet habe. Es fehlte die morgendliche Fahrt im Zug.

Und jetzt sitze ich wieder in meinem Zug nach Tel Aviv, der heute irgendwie leerer ist als ich es sonst gewohnt bin. Auch mein Zeitungsmann vor dem Bahnhof war heute nicht anwesend, so dass ich den heutigen Tag ohne die Zeitung beginne. Aber das ist nicht so schlimm, heutzutage liest man viel weniger Zeitungen als zu der Zeit, wo das Internet und das Smartphone noch neu für uns waren.

Früher hatte ich sogar ein Abo für eine, manchmal sogar zwei Tageszeitungen. Ich begann den Tag mit dem Blättern durch die Zeitung. Oft hörte ich sehe früh am Morgen, wie die Zeitung um Treppenhaus an meine Tür geworfen wurde. Das hörten dann dummerweise auch die Nachbarn, die sich danach über den morgendlichen „Zeitungslärm“ beschwerten. Komisch, dass ich mich ausgerechnet an so etwas erinnere.

Heute haben die Zeitungen kein leichtes Leben. Dazu kommt, dass die Zeitung „Israel Hayom“ gratis an die Menschen verteilt wird, auch am Wochenende. Ich hoffe, meinem Zeitungsverteiler vom Bahnhof geht es gut, vielleicht hat er ja nur einen Tag frei genommen.

In unseren Nachrichten geht es in erster Linie um die umstrittene Justizreform unseres Nachbarn Yariv Levin, dem Justizminister. Gestern Abend wurden wir wieder an ihn erinnert, als wir plötzlich lautes und rhytmisches Hupen vom mehreren Autos hörten, die bei uns die Runde machten, um immer wider am Haus des Ministers vorbeizufahren.

Wenn ihr genau zuhört, könnt Ihr das Hupen hören

Bevor ich es geschafft hatte, mein Handy zu zücken, waren die Autos mit israelischen Flaggen bestückt zweimal an unserem Haus laut hupend vorbeigefahren. Diesmal war es allerdings keine Protestsaktion gegen die Justizreform, sondern eine Aktion zur Unterstützung des Justizministers und seiner Reform. Auch für morgen Abend ist in unserer Straße eine Demonstration Für Yariv Levin geplant. Na, ich bin gespannt, wie die Reaktionen der anderen Seite werden wird.

Der Winter scheint eine Pause einzulegen, jedenfalls was den Regen betrifft. Draussen scheint die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. So soll es bis Ende nächster Woche bleiben. In der Nacht ist es allerdings mit um die 9 Grad ziemlich kühl, für uns jedenfalls.

Und noch etwas in eigener Sache. Ich versuche momentan, die Genehmigung für einen Bilder- und Nachrichtendienst zu bekommen. Dann könnte ich diese Seite besser gestalten, vor allem mit aktuellen Bildern der Ereignisse hier bei uns. Allerdings ist das vor allem eine Kostenfrage. Und da ich diese Seite völlig alleine betreibe, weiss ich noch nicht, ob ich mir das erlauben kann. Auch so kostet mich der Betrieb dieser Seite schon ein paar Hundert Shekel pro Monat. Manchmal frage ich mich auch, ob überhaupt ein Interesse an einer Seite wie diese besteht. Denn zur Zeit stehe ich ziemlich auf der gleichen Stelle, wo ich war, als ich die Seite wieder ins Leben gerufen habe. Gerne würde ich von Euch hören, schreibt mir doch einfach mal hier unten in den Kommentaren. Auch eine kleine monatliche Unterstützung wäre eine große Hilfe, wenn Ihr an dieser Seite Interesse habt.

So, jetzt habe ich mich genug beschwert, gleich muss ich schon wieder aus meinem Zug steigen. Heute Abend werde ich dann ein paar weitere Beiträge posten. Bis dahin wünsche ich Euch einen wunderbaren Tag. Macht es gut. Shalom aus Israel!



Kategorien:Der Blog

1 Antwort

  1. Hallo Dov,

    Ich habe ihre Artikel schon gern unter Israel heute gelesen – genau genommen waren diese aus meiner Sicht die einzig lesenswerten dort zwischen all den radikalen, rechten Ansichten. Ich empfinde ihre familiäre, ausgeglichene Art des Schreibens als sehr angenehm und freue mich auf die weitere Entwicklung von Israel-direkt. Aus meiner Sicht wäre es auch interessant, neben dem jüdischen Leben in Israel auch Artikel zum israelisch-pal. Konflikt von ihnen zu lesen. Alles Gute und viele Grüße nach Israel!

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