Historischer Besuch: Der Vorsitzende von Yad Vashem, Dani Dayan, reist zum ersten Mal nach Deutschland

In der Woche des Internationalen Holocaust-Gedenktages eröffnet der Yad Vashem-Vorsitzende eine neue Ausstellung von Yad Vashem im Bundestag und trifft sich dort mit hochrangigen deutschen Amtsträgern.

Archivbild: Dani Dayan, Bild: Shutterstock

In der kommenden Woche, der Woche des Internationalen Holocaust-Gedenktages, wird der Vorsitzende von Yad Vashem, Dani Dayan, zum ersten Mal überhaupt nach Deutschland reisen. Er wird im Bundestag eine neue Yad Vashem-Ausstellung mit dem Titel „Sechzehn Objekte“ eröffnen. Während dieses historischen Besuchs wird Dayan mit mehreren hochrangigen deutschen Amtsträgern zusammentreffen, darunter Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, Bundeskanzler Olaf Scholz, Bundesfinanzminister Christian Lindner, Bundesministerin des Innern und für Kommunales Nancy Faeser und Oppositionsführer Joachim-Friedrich Martin Josef Merz, sowie mit führenden Vertretern der deutsch-jüdischen Gemeinschaft.
Am 24. Januar wird Dayan die neue Ausstellung im Bundestag gemeinsam mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas eröffnen.

Bild: Yad Vashem

Die Ausstellung mit dem Titel „Sechzehn Objekte“ wurde vom Freundeskreis Yad Vashem anlässlich des siebzigjährigen Bestehens von Yad Vashem initiiert. Sie zeigt einzigartige Gegenstände aus der Zeit des Holocausts, jeweils einen aus jedem Bundesland, deren Geschichten in Verbindung mit einzelnen Juden aus allen Teilen Deutschlands stehen. „Die Ausstellung schlägt eine Brücke zwischen der Erinnerung an die Vergangenheit und den heutigen und zukünftigen Gesellschaften, indem sie die persönlichen Geschichten dieser Gegenstände mit den aktuellen Orten in Deutschland verbindet“, so die Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Yad Vashem Ruth Ur, die die Ausstellung gemeinsam mit dem Direktor der Yad Vashem Artifacts Department Michael Tal gestaltet hat. „Die ausgestellten Gegenstände aus den Sammlungen von Yad Vashem – sowohl große, wie das Klavier, das einst der Familie Margulies gehörte, als auch kleine, wie die Kindheitspuppe von Lore Mayerfeld, die den Schlafanzug trägt, den sie in der Nacht des Novemberpogroms (Kristallnacht) trug – erinnern an die zahllosen Leben und Gemeinschaften, die von Nazi-Deutschland während des Holocausts zerstört wurden.“

Bild: Yad Vashem

„Ich reise zum ersten Mal in meinem Leben nach Deutschland, wohl wissend, dass ich eine tiefe Verantwortung gegenüber der Vergangenheit trage und mich mehr denn je für eine bessere Zukunft engagiere“, erklärt der Vorsitzende von Yad Vashem, Dani Dayan. „Die Erinnerung an die sechs Millionen Mütter und Väter, Brüder und Schwestern, Söhne und Töchter, die vor weniger als achtzig Jahren ermordet wurden, nur weil sie Juden waren, steht im Mittelpunkt meiner Verantwortung als Vorsitzender von Yad Vashem. Gleichzeitig sind wir uns der spaltenden antisemitischen und fremdenfeindlichen gesellschaftlichen Elemente in Deutschland wie auch in der ganzen Welt sehr wohl bewusst. Bei diesem wichtigen Besuch werde ich eine Ausstellung eröffnen, in der Gegenstände gezeigt werden, deren Besitzer von ihren eigenen Landsleuten verfolgt und sogar ausgerottet wurden und die nun im jüdischen Heimatland, dem Staat Israel, eine neue Heimat gefunden haben. Durch diese persönlichen Geschichten werden wir sicherstellen, dass der letzte Wunsch der Opfer des Holocaust erfüllt wird: dass die Welt erfährt, wer sie waren und warum sie ermordet wurden.“
In der Ausstellung werden Archivgegenstände aus den Sammlungen von Yad Vashem zeitgenössischen Fotos der Orte gegenübergestellt, aus denen sie ursprünglich stammten. „Wir hoffen, dass die Objekte und ihre lokale Geschichte das Interesse wecken und eine neue Art der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermöglichen“, so Michael Tal, Ko-Kurator der Ausstellung. Die Ausstellung wird vier Wochen lang im Paul-Löbe-Haus des Bundestages zu sehen sein und dann nach Essen reisen, um auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein ausgestellt zu werden, bevor sie nach Israel zurückkehrt.
Während seines Besuchs wird Dayan auch den Opfern des Holocausts seine Reverenz erweisen, indem er das zentrale deutsche Holocaust-Denkmal, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, besucht. Dort wird er den Ausstellungspavillon besichtigen und einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des Holocaust niederlegen. Darüber hinaus wird Dayan das Jüdische Museum Berlin besichtigen.



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1 Antwort

  1. Lieber Dov, danke, dass du mich auf dem
    Laufenden hältst. Letztes Jahr fand von der Regierung Bayern eine Fortbildungsreihe für Lehrkräfte zum Thema Antisemitismus statt. Sie war sehr sehr gut. Ich nahm daran teil. Es gab keinerlei Ressentiments. Herzlichen Gruß, Elke von Schönfeldt

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