Alles wird teurer, aber etwas weniger

Durch das gestern vorgestellte Notprogramm zur Senkung der hohen Lebenshaltungskosten wird das Leben nicht gleich billiger, es wird zunächst einmal nur etwas weniger teurer.

Guten Morgen liebe Leser!

Ich wünsche Euch allen einen frohen Donnerstag! Wir haben ihn wieder erreicht, einen der beliebtesten Tage der Woche. Heute stört es fast niemanden, dass er noch einmal zur Arbeit oder in die Basis fahren muss, denn morgen beginnt das Wochenende, oder besser gesagt, es beginnt schon heute Abend.

Der Donnerstagabend ist zusammen mit dem Samstagabend der Abend, an dem am meisten ausgegangen wird. Ehrlich gesagt, ich habe nie verstanden, warum der Samstagabend so beliebt ist, um bis spät in die Nacht auszugehen, wenn man doch am Sonntag die neue Woche beginnt. Aber es geht eben nicht anders, wir haben den Shabbat und daher sind die Ausgehmöglichkeiten für den Freitagabend eben begrenzt. Was jetzt nicht heißt, dass am Freitagabend nicht ausgegangen wird. Das wird es. Hier in Modiin und auch in anderen Städten gibt es sogar von der Stadt finanzierte Busse, die alle paar Stunden, auch in der Nacht, zu den beliebten Stellen nach Tel Aviv fahren. Aber der Donnerstag und Freitag ist eben für alle da, nicht religiöse und religiöse Juden.

Als Student in Jerusalem bin ich oft kurz nach Ende des Shabbat zusammen mit einem Freund in die Stadt gefahren, wo wir dann total erstaunt waren, wie sich die Stadt langsam immer mehr mit jungen Menschen füllte, es war eine tolle Atmosphäre, die Fußgängerzone, die Ben Jehuda Straße war immer proppevoll mit Menschen, jede Woche.

Das war Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre, verrückt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Mein jüngster Sohn ist jetzt fast in dem Alter, in dem ich war, als ich Deutschland verließ und Nach Israel kam. Damals wusste ich noch nicht, dass ich eingewandert war. Ich habe es nie bereut.

Jetzt bin ich doch sehr vom eigentlichen Thema abgewichen, über das ich eigentlich schreiben wollte. Ich versuche mal, es doch noch zu schaffen.

Istsel ist ein teures Land, das ist allgemein bekannt. Doch in der letzten Zeit wird bei uns alles noch teurer. Viele Familien bekommen Probleme, den Monat zu beenden, manche können ihn noch nicht einmal beginnen. Heute früh las ich, dass 20 Prozent der Israelis als arm gelten, in der Liste der OECD steht Israel an letzter Stelle.

Dabei scheint es Israel gar nicht so schlecht zu gehen. Das letzte Jahr wurde zum ersten Mal seit 1987 mit einem dicken Plus in der Haushaltskasse beendet. Das Problem ist jedoch, dass Israel Schulden von mehr als einer Billion Shekel hat.

Gestern Abend gab es eine Pressekonferenz mit Ministerpräsident Netanjahu und seinem Finanzminister Smotrich. Dort wurde das neue Notprogramm vorgestellt, dass den ständigen Anstieg der Lebenshaltungskosten bremsen soll.

Über das Programm habe ich Euch gestern bereits berichtet. Ihr könnt es HIER nachlesen.

Ihr müsst aber nicht glauben, dass jetzt alles wieder billiger werden wird, das wird es nicht, durch das neue Programm, das zwei Milliarden Shekel kosten soll, wird jetzt alles nur etwas weniger teurer.

Aber es ist immerhin ein Anfang, der zeigt, dass die neue Regierung es ernst zu meinen scheint, etwas gegen die hohen Lebenshaltungskosten zu unternehmen. Irgendwo muss man ja anfangen. Ich war allerdings nicht überrascht, dass es von Seiten der Opposition nur Kritik zu hören gab, das ist vollkommen logisch.

Als ich heute früh mit dem Auto von zu Hause aus in Richtung Bahnhof fuhr, sah ich vor den Haus unseres Justizministers bereits eine kleine Gruppe von Journalisten und ein paar Demonstranten mit einem Megaphon. Ich hatte Euch ja schon geschrieben, dass es in unsere Straße ab jetzt wohl nicht mehr so ruhig sein wird.

Vorgestern Abend in unserer Straße, ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen kann.

In dem Notprogramm von Smotrich wurde auch erwähnt, dass die Gesundheitssteuer und die Zahlung an die Nationalversicherung etwas sinken sollen, was bedeutet, dass eine leichte Erhöhung des Nettoeinkommens für uns alle bedeutet. Na, da bin ich ja mal gespannt.

So, jetzt bin ich schon fast in Tel Aviv, in zwei Stationen muss ich aussteigen. Bei meiner Arbeit werden wir heute wieder den „frohen Donnerstag“ begehen. So wünsche ich auch Euch einen wunderbaren Donnerstag und schon jetzt ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Macht es gut. Shalom aus Israel!



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