Es wird heiß

Guten Morgen liebe Leser!

Ich begrüße Euch zum Mittwoch. Die Hälfte der Woche haben wir bereits hinter uns, ab heute kann man sich hier bei uns schon einen angenehmen Shabbat wünschen. Nachdem ich gestern von zu Hause aus gearbeitet habe und ich es deswegen nicht geschafft habe, mich morgens bei Euch zu melden, sitze ich nun wieder im Zug auf dem Weg zur Arbeit. Mittwochs ist der Zug meistens nicht so voll, was eben daran liegt, dass wir schon fast wieder Wochenende haben. Und das Wochenende kann trotz des kühlen Wetters ein heißes Wochenende werden.

Auf geht’s zu einem neuen Tag, der unterirdische Bahnhof von Modiin, heute früh. Bild: Dov Eilon

In unserer Knesset und auf der Straße erhitzen sich die Gemüter. Die Verlierer der Wahlen rufen zu Bürgerprotesten auf und warnen vor dem Ende der Demokratie und auf der anderen Seite werden Festnahmen und härtere Maßnahmen gegen Demonstranten gefordert.

Für den kommenden Samstagabend ist eine Demonstrantion gegen die neue Regierung angesagt. Sie soll in Tel Aviv stattfinden. Ja, wir scheinen in die Zeit der wöchentlichen Demonstrantionen gegen Netanjahu zurückzukehren, wie sie es bis zu den vierten Wahlen und der Bildung der „Regierung des Wandels“ von Bennett und Lapid gegeben hatte.

Jetzt werden sich die „Nur-Nicht-Bibi“ Leute wieder melden, von denen ich einige ja schon vor dem Haus meines Nachbarn, dem neuen Justizminister Yariv Levin, gesehen habe.

Aus der Knesset hört man jetzt nur noch gegenseitige Wortgefechte. Die Wahlverlierer Gantz, Lapid & Co rufen zu Massenprotesten und einem Bürgeraufstand auf, man solle die Straßen beben lassen, und auf der anderen Seite gibt es Abgeordnete, die die Oppositionspolitiker als Staatsverräter bezeichnen und ihre Verhaftung fordern. Sie würden zu einem Aufstand gegen den Staat aufrufen.

Naja, es sollte klar sein, dass es beide Seiten mit ihren Aussagen nicht hundertprozentig ernst meinen, doch die Bürger auf der Straße könnten das anders sehen. Auch die Medien rühren da kräftig mit und bereiten uns alle auf ein heißes Wochenende vor. Denn für die Presse wäre das ein Fest, die Medien lieben Krisen, denn so etwas bringt schließlich Rating, oder?

Ich hoffe sehr, dass sich beide Seiten schnell beruhigen werden, um sich um die wahren Probleme in unserem Land zu kümmern. Immerhin wurde jetzt beschlossen, die geplante Erhöhung der Gehälter der Abgeordneten nicht um 13 Prozent, sondern „nur“ um 5 Prozent zu erhöhen. Auch sollen die Erhöhungen der Strom- und Wasserpreise und der Gebühren an die Stadt erst einmal eingefroren werden. Das ist doch schon mal was.

Doch das alles ist auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich habe gerade gesehen, dass sich unsere monatliche Rückzahlung der Hypothek auf unserer Wohnung in den letzten vier Monaten um fast 650 Shekel erhöht hat. Das Gehalt bleibt allerdings dasselbe. Aber das ist leider ein globales Problem, überall werden die Zinsen erhöht, um die Inflation zu bremsen. Dennoch hoffe ich, dass unsere Regierung einen Weg finden wird, das Leben hier wieder etwas billiger zu machen. Aber dafür muss man erst einmal mit diesen Streitereien aufhören.

Und jetzt wünsche ich Euch einen wunderbaren Tag, macht es gut. Shalom aus Israel!



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