Der ewige Streit um den Tempelberg

Die ganze Welt regt sich über den kurzen Besuch von Itamar Ben Gvir auf dem Tempelberg auf. Warum soll es uns verboten sein, diesen für das Judentum so heiligen Ort zu besuchen? Es sollte jedem erlaubt sein, oder?

Guten Morgen liebe Leser!

Ich begrüße Euch wieder aus dem Zug in Richtung Tel Aviv. Allerdings heute eine halbe Stunde später als sonst. Keine Ahnung, wie es dazu kommen konnte. Ich hatte meinen Wecker wie immer auf halb sieben gestellt, doch als er dann klingelte, schien mich das nicht sonderlich interessiert zu haben. Ich habe ihn wohl einfach abgestellt und mich auf die andere Seite gelegt. Das ist sonst überhaupt nicht meine Art.

Aber alles nicht so schlimm, denn meine halbstündige Verspätung hat auch seine Vorteile. Es ist viel leerer im Zug. Wer früh zur Arbeit musste, ist schon längst abgefahren. Und da mein Arbeitsplatz sehr flexibel ist, könnte ich auch in Erwägung ziehen, immer um diese Zeit loszufahren.

Der Zeitungsverteiler hatte sogar noch eine Zeitung für mich. Auf der Titelseite geht es natürlich um den Besuch auf dem Tempelberg von unsererem neuen Minister für die nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir.

Die Zeitung „Israel Hayom“ von heute

Eigentlich sollte es keine große Sache sein, einmal über den Tempelberg zu laufen. Aber, wenn es sich um Juden handelt, die den Ort, wo der letzte Tempel gestanden hat, besuchen wollen, dann schreit die ganze Welt auf. Auch in Deutschland war der Besuch von Ben Gvir natürlich eine Schlagzeile wert.

Wenn man in Deutschland das Wort „Rechtsextremist“ liest oder hört, denkt man eigentlich sofort an Neonazis, Antisemitismus und an die Zeit der Nazis in Deutschland, stimmt’s? So ist es jedenfalls bei mir. Aber es kann ja nicht sein, dass ein religiöser Jude wie Ben Gvir ein Antisemitist ist. Die Bezeichnung „extrem rechts“ hat hier bei uns eine andere Bedeutung. Als Rechter ist man sehr für das Land Israel und Mann sieht auch Judäa und Samaria als Land des Jüdischen Volkes an. Und ja, das Judentum wird nicht nur als Religion sondern auch als Volkszugehörigkeit angesehen. Wer rechts ist, dem geht es in erster Linie um das Wohl des Jüdischen Volkes und das Land Israel. Das muss aber nicht heißen, dass andere Volksgruppen schlechter behandelt werden. In Israel hat jeder Bürger die gleichen Rechte, und so wird es auch bleiben. Mir ist bewußt, dass vielleicht nicht alle der Leser so denken. Oft wird Israel sogar beschuldigt, ein Apartheid Staat zu sein, völliger Blödsinn.

Nun war Ben Gvir also für ein paar Minuten auf dem Tempelberg, und nun? Hat es denn so wehgetan? Die Hamas konnte natürlich nicht still sitzen und reagierte mit einem verkorksten Raketenabschuss in Richtung Israel. Die Rakete ging noch vor der Grenze auf den Gebiet des Gazastreifens runter. Aber immerhin gab es eine Reaktion. Toll.

Eine gute Frage

So, jetzt ist genug von diesem Thema. Der Streit um den Tempelberg, der Streit um Jerusalem und der Streit um das Recht Israels, zu existieren, wird noch ewig dauern. Und wer uns nicht mag, wird uns auch in Zukunft nicht gerne haben, das ist die Realität.

Ich überlege jetzt ernsthaft, auch morgen einen Zug später zu fahren, diese Fahrt ist so ruhig und angenehm. Es sind noch zwei Stationen zu fahren, dann muss ich schon wieder aussteigen. Vor einiger Zeit hatte ich wegen meines Schreibens den Bahnhof verpasst und war an der Universität gelandet.

Heute Abend wird unser Sohn nach 6 Tagen in London wieder nach Hause kommen. Ich werde ihn wohl vom Flughafen abholen, auch wenn es mit dem Zug von dort nur zehn Minuten bis nach Modiin sind. Ich mag die Atmosphäre am Flughafen.

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Tag. Ich freue mich, Euch als Leser zu haben. Macht es gut. Shalom aus Israel!



Kategorien:Der Blog

1 Antwort

  1. Shalom nach Israel!

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