Neue Regierung, Regen und Überschwemmungen

Guten Morgen liebe Leser!

12 Minuten vor Ende seines Mandats zur Regierungsbildung hat Benjamin Netanjahu gestern den Präsidenten angerufen, um ihm mitzuteilen, dass es ihm gelungen ist, eine Regierung zu bilden. Mann oh Mann, das war knapp. Naja, eigentlich nicht, denn ich glaube, dass Netanjahu es genau so geplant hatte. Er tat und tut alles, um so viel Zeit wie möglich zu gewinnen, um seine Regierung auf die Beine zu stellen.

Jetzt hat er noch eine knappe Woche, bis die neue Regierung vereidigt werden muss. In dieser Woche muss er die Regierungsposten, die nach den ewig langen Verhandlungen mit den kleinen aber gierigen Koalitionspartnern übriggeblieben sind, unter seinen Parteifreunden verteilen. Eine Aufgabe, die genauso schwer ist, wie die Verhandlungen mit den Koalitionspartnern. Daher scheint es Netanjahu nur recht zu sein, dass es für die Verteilung der Posten nicht mehr zu viel Zeit gibt. Jetzt muss man sich schnell einig werden, es gibt keine Zeit für Streitereien, denn niemand hat ein Interesse daran, dass noch irgendetwas schiefläuft und die Knesset sich auflösen muss. Nein, zu sechsten Wahlen wird es nicht kommen, auch, wenn nicht alle potentiellen Anwärter des Likuds auf einen Ministerposten zufrieden sein werden. Netanjahu ist ein Politiker mit Erfahrungen, er weiss ganz genau, was er tut. Und das wissen seine Widersacher auch, was der Grund für ihre fast panischen Kritiken an der neuen Regierung ist, noch bevor es sie überhaupt gibt.

Aber jetzt ist es wirklich an der Zeit, sich um die echten Probleme unseres Landes zu kümmern. Als erstes würde ich vorschlagen, sich mit unserer Infrastruktur zu befassen. Als ich gestern Abend noch einmal mit dem Auto unterwegs war, verwandelten sich die Straßen nach nur fünf Minuten, in denen es sehr stark geregnet hatte, in reißende Flüsse. Etwas weiter im Norden wurde ein Lastwagenfahrer von den Wassermassen überrascht und musste mit einem Gummiboot aus seinem Laster geborgen werden.

Was ein wenig Regen so alles anstellen kann…

Das Problem ist, dass wir diese Bilder jedes Jahr haben. Irgendwie scheint man dieses Problem nicht ernst genug zu nehmen. Es ist ja nur im Winter, im Frühling ist dann alles wieder vergessen.

Wenn Straßen zu Flüssen werden…

Vielleicht müssen wir uns einfach damit abfinden, dass es im Winter zu Überflutungen kommt, schließlich haben wir doch viel akutere Probleme, oder? Das mag ja sogar stimmen, dennoch darf man diese Probleme mit den Überschwemmungen nicht runterspielen. In der Vergangenheit haben einige Menschen mit ihrem Leben bezahlt, weil die Probleme mit dem starken Regen nicht ernst genug genommen wurden. Ich erinnere mich da an die tragische Geschichte eines jungen Paares, das im Fahrstuhl, ich betone „im Fahrstuhl“, von den Wassermassen überrascht wurde und ertrunken ist. Eine entsetzliche Geschichte.

So sah der Eingang zur Tiefgarage aus, die vor knapp 2 Jahren völlig überflutet wurde. Zwei junge Menschen ertranken im Fahrstuhl.

Nach dem kurzen aber sehr starken Regen scheint heute früh wieder die Sonne, man hat eigentlich noch immer nicht das Gefühl, dass wir Winter haben. Meine Pullover und Wintermäntel liegen nutzlos im überfüllten Kleiderschrank. Vielleicht sollte ich dort mal etwas Ordnung reinbringen. Im kühleren Jerusalem hatte ich ab und zu noch Pullover und Mantel getragen, aber in Modiin?

So, jetzt ist es schon wieder an der Zeit, aus dem Zug zu steigen. Ich wünsche Euch einen angenehmen Donnerstag, freut Euch wie ich auf das Wochenende. Shalom aus Israel!



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