Wir sitzen alle im selben Zug

Guten Morgen liebe Leser!

Und da ist er schon wieder, der Donnerstag! Bei uns auf der Arbeit begrüßen wir und an diesem Tag mit den Worten „Chamischi Sameach“, einen „frohen Donnerstag“. Und kurz vor Ende des Arbeitstages wird gemeinsam auf ein schönes Wochenende angestossen. Ich glaube, dass habe ich Euch schon einmal erzählt. Egal, ich freue mich nun mal über den Donnerstag.

Heute sitze ich ausnahmsweise mit meiner Tochter im Zug, sie muss heute früher als sonst in der Hochschule sein. So haben wir etwas Vater-Tochter – Zeit bekommen.

Unser Tag begann damit, dass ich einen Anruf bekam, genau in dem Moment, als ich gerade das Auto gestartet hatte und aus dem Parkplatz fuhr. Ausgerechnet jetzt, dackze ich mir. Der Anrufer war ein Bote mit einem Päckchen für mich. So wartete ich noch eine Minute und nahm es entgegen. Die Botendienste haben enorm viel zu tun bei uns. Wir Israelis lieben es, um Internet Dinge zu bestellen, egal, ob wir sie tatsächlich brauchen oder nicht.

In der Coronazeit haben wir gelernt, dass man sich so gut wie alles nach Hause schicken lassen kann. Ich erinnere mich an einen skandinavischen Käsehobel, den ich mir bei Amazon bestellt hatte. Seit meiner Kindheit benutzen wir so einen, nickt nur zum Käseschneoddn, sondern auch, um Kartoffeln und ähnliches zu schälen. Nach etwas 5 Tagen wurde mir der Käsehobel bis an die Haustür gebracht. Er kam aus Finnland, verrückt irgendwie. Habe ich damit der Umwelt geschadet?

Die Israelische Post wird schon lange nicht mehr mit den enormen Mengen an Paketen fertig. Daher gibt es jetzt Dutzende Geschäfte, die als Ausgabesuelle von Paketen dienen. So habe ich schon Pakete in Spielzeugläden, kleinen Supermärkten und sogar in einem Geschäft für Wasserpfeifen abgeholt. Nach Hause gibt es Post höchsten zweimal die Woche. Auf die Post verlässt sich bei uns niemand mehr.

Und jetzt noch kurz einen andere Geschichte, über die ich gerade gelesen habe. Oft passiert es, dass sich Israelis Verfahren und dann versehentlich in ein arabisches Dorf gelangen, wo sie dann von einer wütenden arabischen Menge mit Steinen angegriffen werden. Das kenn sehr gefährlich sein.

Gestern ist etwas ähnliches passiert, als ein Busfahrer sich in seiner Strecke geirrt hatte. Doch diesmal gelang er nicht aus Versehen in ein arabisches Dorf, sondern in den Jerusalem Stadtteil Mea Shearim, wo orthodoxe Juden leben. Warum erzähle ich Euch das? Hier die Antwort:

Der Beginn des Text im Post beginnt ähnlich wie bei den Fällen, wo jemand aus Versehen in ein arabisches Dorf gefahren war. Ein Linienbus fuhr versehentlich in den Stadtteil Mea Shearim und wurde von den Bewohnern dort mit Steinen angegriffen, Sicherheitskräfte brachten den Fahrer in Sicherheit. Einfach irre.

Wir sind ein so kleines Land, in dem sich mehrere völlig unterschiedliche Welten befinden. Wann werden wir lernen, den anderen zu akzeptieren?

Und gerade hier im Zug treffen diese verschiedenen Welten oft zusammen. In diesem Moment sehe ich Soldaten, orthodoxe und nicht religiöse Juden und eine arabische Familie in meinem Wagon. Ein Querschnitt unseres Landes. Wir sitzen nun mal alle im selben Boot, ich meine Zug.

Das ganze Land in einem Zug. Bild: Dov Eilon

Jetzt bin ich schon fast wieder an meinem Bahnhof angelangt. Ich wünsche Euch einen „frohen Donnerstag“ , freut Euch auf das Wochenende. Shalom aus Israel!



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