Gute Nachbarschaft

Guten Morgen liebe Leser!

Ich begrüße Euch aus dem Zug auf dem Weg zur Arbeit an einem etwas bedeckten und kühleren Mittwoch. Der Zug ist heute nicht ganz so voll, was wohl vor allem daran liegt, dass die Soldaten alle in ihren Basen sind und auf morgen warten, um dann zum Wochenende nach Hause zu fahren. Es ist kaum zu glauben, dass wir schon wieder die Mitte der Woche erreicht haben, die Zeit ist am Rennen.

Heute früh vor unserem Bahnhof, es ist bedeckt. Bild: Dov Eilon

Dass die Zeit schnell vergeht, hat vielleicht auch unser zukünftiger Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erkannt. So scheint sich endlich etwas in Richtung neue Regierung zu entwickeln. Dafür wurde gestern erst einmal ein vorübergehender Vorsitzender der Knesset gewählt.

Gewählt wurde der Knessetvorsitzende der letzten Regierung unter Netanjahu, Yariv Levin, der später für das Amt des Justizminister vorgesehen ist. Bis zur Vorstellung der neuen Regierung wird er aber erst einmal seinen alten Posten als Knessetvorsitzender übernehmen. Ich persönlich sehe in ihm einen der besseren Politiker, den wir haben.

Ich sage das jetzt nicht, weil es sich bei ihm um einen Nachbarn handelt, der nur einige Häuser von mir entfernt am Ende unserer Straße wohnt. Es mag sich für Euch vielleicht etwas ungewöhnlich anhören, dass ein Knessetvorsitzender und zukünftiger Justizminister in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Ich gebe zu, dass mich das irgendwie darin bestätigt hat, dass ich doch in einem recht guten Stadtviertel wohne. Dieses Stadtviertel wurde übrigens von Israels größter Tageszeitung als eine der zehn besten Stadtteile Israels gewählt.

Vielleicht liegt es an der schönen Aussicht, die man bei uns hat. Unser Stadtteil in Modiin. Bild: Dov Eilon

Mit der Rückkehr unseres Nachbarn Yariv Levin in die Regierung wird auch unsere Straße wieder sicherer werden. Als Levin Vorsitzender der Knesset war, wurde das Haus, in dem er wohnt, rund um die Uhr bewacht, drum herum worden Sicherheitskameras installiert. Als dann die Regierung Bennet/Lapid sie Regierung übernahm, wurden die ganzen Sicherheitsvorkehrungen abgebaut und die Wachmänner gingen nach Hause. Ich fand das damals etwas schade.

Um so zufriedener war ich gestern Abend, als ich mit meinem Sohn auf dem Weg in die Stadt war. Als wir am Haus unseres berühmten Nachbarn vorbeifuhren, war man dort gerade damit beschäftigt, die Sicherheitskameras vor dem Haus wieder zu installieren. Vor dem Haus stand kein anderer als der neue, alte Knessetvorsitzende Yariv Levin, der die Arbeiten vor seinem Haus kontrollierte. Heute früh sah ich dort dann auch die Wachleute, wie sie um das Haus herum patrouillierten. Ich denke, die Autodiebe, die vor ein paar Monaten unseren Stadtteil unsicher gemacht hatten, suchen sich jetzt eine andere Gegend aus.

Unsere Straße ist übrigens nach dem früheren israelischen Ministerpräsidenten Menachem Begin benannt. Yariv Levin hat zu ihm eine ganz besondere Beziehung. Bei der Zeremonie der Beschneidung lag er auf dem Schoß von Begin. Begin war der sogenannte „Sandak“, so eine Art Pate, von Levin. Eine nette Geschichte.

Und jetzt muss ich schon wieder aus dem Zug steigen. Ein neuer Arbeitstag beginnt. Ich wünsche Euch einen angenehmen Mittwoch. Shalom aus Israel!



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