Unendlich lange Staus und Probleme bei der Regierungsbildung

Guten Morgen liebe Leser!

Da ich gestern ausnahmsweise von zu Hause aus gearbeitet habe, sitze ich am heutigen Dienstag im Zug auf dem Weg zur Arbeit.

Da der Zug seine Fahrt hier in Modiin beginnt, steht er immer schon eine ganze Weile auf dem Gleis. Wenn man also etwas zu früh kommt, kann man sich einfach ganz bequem in den Zug setzen und warten. Auch ich sitze meistens schon eine Viertelstunde vor der Abfahrt im Zug auf einem Sitz meiner Wahl.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass es beim Einsteigen in den Zug immer einen Wettkampf um die begehrten Plätze gibt. Die beliebtesten Sitze sind die, wo es keine Sitze gegenüber gibt. Man hat also ein Maximum an Privatsphäre. Ich gebe zu, auch mir fällt es schwer, am frühen Morgen anderen Mitfahrern direkt gegenüber zu sitzen. Heute habe ich meinen Lieblingsplatz bekommen, ich war früh genug am Bahnhof. Aber hockt deswegen bin ich zeitig dort, sondern wegen des Parkplatzes, der ein paar Hundert Meter vom Bahnhof entfernt ist, der Fußweg von dort muß eben mit eingerechnet werden. Der Parkplatz ist nach kurzer Zeit voll, das die meistens Einwohner Modiin morgens ihre Stadt zum Arbeiten verlassen. Ihr erinnert Euch, Modi’in wird von vielen als eine „Schlafstadt“ bezeichnet. Aber das ist mir egal. Ich komme immer wieder gerne nach Hause um meine ruhige Stadt.

So war es auch gestern, als wir von der Gedenkzeremonie an meine Schwiegermutter vom Friedhof nach Hause kamen. Die Staus im Zentrum des Landes, besonders in der Umgebung von Petach Tikva, sind einfach unerträglich Für läppische 20 Kilometer brauchte ich eine ganze Stunde. Erst dann hatte ich endlich freie Fahrt nach Hause. Ein unmöglicher Zustand.

Jedes Mal, wenn wir wieder im Stau sitzen, sagen wir uns, dass es das letzte Mal war, dass wir zu dieser Zeit zum Friedhof fahren. Im kommenden Jahr werden wir früher dort fahren. Doch ein Jahr später finden wir uns dann immer wieder in der gleichen Situation. Das Problem ist eben, dass nicht jeder morgens von der Arbeit frei bekommen kann. Ich habe einen Schwager, der aus Eilat kommt. Er müsste dann einen Tag vorher kommen. Hat also keinen Zweck.

So bin ich jedenfalls dankbar für die Tatsache, dass ich diese Staus nicht täglich erleben muss wie mein Schwager, der im Zentrum wohnt und jeden Tag rund anderthalb Stunden braucht, um nach Hause zu fahren. Er erlebt diesen Stau von gestern jeden Tag.

So sah es gestern auf meinem Navi aus

Wer um Großraum von Tel Aviv lebt, scheint sich an diese Zustände gewöhnt zu haben. Die anderthalb Stunden oder sogar mehr sind für sie zu einem Teil des Alltags geworden. Als ich einmal im Stau stand, sah ich im Auto neben mir, wie eine Frau ihr Abendessen von einem Teller aß, den sie an das Lenkrad gelehnt hatte. Eine maximale Nutzung der Situation.

Der Plan, in ein paar Jahren für die Fahrt in den Raum Tel Aviv Geld zu verlangen, ist vielleicht gar nicht so schlecht. Irgendwie muss man ja die Autos von der Straße holen.

Hadar Muchtar von der Partei der jungen Leute hatte im Wahlkampf auf das Problem der Staus aufmerksam gemacht i die Knesset ham sie allerdings nicht.

Ich fahre auf alle Fälle lieber mit dem Zug, viel bequemer, auch wenn es ab und zu mal eine Panne gibt. Sicher ist, dass es für den nächsten Verkehrsminister eine Menge Arbeit gibt. Die Frage ist nur, wann es endlich eine neue Regierung geben wird, die dann mit der Arbeit begonnen kann. Was da momentan in den unendlichen Koalitionsverhandlungen abgeht, ist unmöglich, ja, fast schon unverschämt. Jede kleine Partei versucht bis zum letzten Moment noch etwas für sich rauszuholen. Und Netanjahu scheint leider keine andere Wahl zu haben, wenn er ein Fiasko wie das nach der Wahl im April 2019 verhindern will. Irgendwas ist falsch in unserem Wahlsystem. Es kann nicht sein, dass gerade die kleinen Parteien die Macht haben und die Politik bestimmen.

Jetzt muss ich gleich schon wieder aussteigen, so schnell geht so Fahrt im Zug, während die Autofahrer noch irgendwo im Stau stecken und vielleicht gerade ihr Frühstück am Steuer einnehmen.

Ich wünsche Euch einen tollen Tag. Ich hoffe, es ist nicht zu kalt bei Euch. Hier bei uns sollen heute wieder um die 23 Grad erreicht werden. Macht es gut. Shalom aus Israel!



Kategorien:Der Blog

1 Antwort

  1. Es ist sehr kalt ❄️🤪

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