Zu viel Gewalt auf den Straßen

Guten Morgen liebe Leser!

Es ist kaum zu glauben, aber wir haben schon wieder Donnerstag. Die Woche ist fast schon wieder vorbei. Ich mag diesen Tag, auch, wenn ich heute noch einmal zur Arbeit fahren muss. Die Atmosphäre ist heute anders. Vielleicht sind wir alle etwas besser gelaunt, weil wir morgen das Wochenende beginnen.

Bei meinem neuen Arbeitsplatz ist es Brauch, das Ende der Woche zusammen mit allen Angestellten zu feiern. Dabei werden die Leistungen der vergangenen Woche und die Ziele für die kommende Woche besprochen, am Ende wird auf den „Happy Donnerstag“ angestossen, „Chamishi Sameach“ auf Hebräisch, ein fröhlicher fünfter Tag. Dann noch ein Shabbat Shalom und die Arbeitswoche ist beendet. Mir gefällt dieser Brauch. Er ist auch gut für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kollegen. Ich gehe allerdings nicht nur am Donnerstag zufrieden zur Arbeit, ich mache das jeden Tag.

Weniger fröhlich geht es leider auf unseren Straßen zu. Ich hatte schon einige Male von der zunehmenden Gewalt auf den Straßen geschrieben. Leider will uns dieses Thema nicht verlassen, im Gegenteil. Jeden Tag gibt es weitere Berichte von Busfahrern, die die Nerven verloren haben und um sich brüllen oder einen anderen Fahrer mit der Waffe bedrohen, oder von einem Boten auf dem Motorroller, der genervt war, als er von einem Autofahrer wegen seines rücksichtslosen Fahrens angehupt wurde. Er hielt dann mitten auf der Straße an und rannte auf das Auto zu, sprang auf die Motorhaube und trat auf die Windschutzscheibe.

Was geht nur in den Köpfen dieser Verrückten vor?

Das sind nur zwei Beispiele, es gibt leider noch viel mehr. Ich habe selber einige Erlebnisse dieser Art gehabt. Seitdem versuche ich, nicht mehr zu hupen. Als mich vor Jahren ein Autofahrer auf gefährliche Art und Weise überholt hatte, drückte ich automatisch auf die Hupe. Dann hielt der Fahrer vor mir plötzlich an, mitten im Verkehr, stieg aus dem Auto aus und lief auf mich zu. Instinktiv verschloss ich schnell die Türen und begann, weiterzufahren. Der sehr wütende Fahrer, ein fein gekleidete älterer arabischer Mann, lief dann zu seinem Auto und nahm regelrecht die Verfolgung auf mich auf. Ich war geschockt und fühlte mich plötzlich in einen Action-Film versetzt Es war wie eine Verfolgungsjagd. Ich wollte einfach nur noch weg von diesem verrückten Fahrer. Nach etwa fünf Minuten hatte ich es dann geschafft, der Verrückte hatte aufgegeben. Glaubt mir, seitdem schone ich die Hupe meines Autos.

Vor ein paar Tagen entwickelte sich ein Streit um einen Parkplatz zu einer Schießerei, was geht nur in den Köpfen dieser Menschen vor? Nun wird darüber gesprochen, die Mindeststrafen für diese Verbrecher zu erhöhen. Geld- oder Bewährungsstrafen soll es nicht mehr geben. Auch soll diesen Verbrechern auf der Straße sofort der Führerschein entzogen werden. Diese Schritte sollen andere verrückte Verkehrsteilnehmer vor einem Verbrechen auf der Straße warnen.

Ich sehe leider viel zu oft, dass sich die Menschen sofort verändern, wenn sie auf der Straße sind. Was geht nur in ihren Köpfen vor? Denn oft gefährden sie ja nicht nur andere, sondern auch sich selbst. Damit meine ich jetzt die „normaleren“ Verkehrssünder und nicht die Verbrecher.

Kann es sein, dass wir hier in Israel schneller die Nerven verlieren? Liegt es an der allgemeinen Situation? Oder handelt es sich hier nicht nur um ein israelisches Problem?

Hier im Zug sind die Menschen heute besonders ruhig. Das mag daran liegen, dass heute Donnerstag ist, da ist man einfach entspannter. Ich wünsche Euch jetzt einen wunderschönen Donnerstag, bleibt entspannt, auch wenn nicht immer alles so einfach ist.

Shalom aus Israel!



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