Schulen ohne Politiker

Guten Morgen liebe Leser!

Ich begrüße Euch zum Beginn der neuen Arbeitswoche bei Euch. Seit ich in Israel lebe, mehr als 34 Jahre, hat der Montag seine Bedeutung verloren. Er ist kein verflixter, oder manischer Montag mehr, wie er in dem Lied „Just another manic Monday“ besungen wird. Dabei habe ich dieses Lieh immer in meinem Kopf, wenn ich an den Montag denke. Aber für mich müsste das Lied eher „Just another manic Sunday“ heißen.

Egal, wir haben Montag und ich sitze wieder im Zug auf dem Weg zur Arbeit, diesmal wieder zusammen mit meiner Tochter, die Montags früher als sonst in ihrer Hochschule sein muss. Dennoch sitzen wir in einem Zug später, als ich es gewohnt bin. Das war nicht meine Entscheidung, aber was tut man nicht alles, um mit einer wachen Tochter im Zug zu sitzen.

Und um was geht es bei uns in den Nachrichten? Natürlich um die nächste Regierung, die schon jetzt verurteilt und kritisiert wird, bevor sie überhaupt vereidigt würgen ist und die Arbeit aufgenommen hat. Es geht momentan in erster Linie um den Vorsitzenden der religiösen Partei „Noam“, die für ihre extremen Ansichten besonders in Bezug auf Homosexualität bekannt ist. Dem Koalitionsabkommen zufolge soll Avi Maoz die Verantwortung für die außerschulischen Lehrinhalte sein.

Mehr als 50 Bürgermeister und Landkreisvorsitzende haben bereits erklärt, nicht mit Avi Maoz zusammenzuarbeiten. Solle er bestimmte Lerhprogramme einstellen, da sie nicht mit seinen Vorstellungen vereinbar sind, werde man diese Programme aus eigener Kasse finanzieren. Auch innerhalb der Likud – Partei von Netanjahu gibt es Stimmen gegen Avi Maoz, man hätte auch ohne ihn mit 63 noch immer die Mehrheit in der Knesset. Maoz hatte seinerseits erklärt, nicht gegen die Pride Parade in Jerusalem vorzugehen und dass er jeden Bürger Israels lieben würde. Allerdings glauben viele Kritiker das nicht. Viele gegeej sogar so weit und warnen vor einem Ende der Demokratie, was ich für absolut übertrieben halte. Denn nach spätestens vier Jahren gibt es wieder Wahlen, oder?

Ich denke, wir sollten der Regierung erst einmal eine Chance geben und sie nach ihren Leistungen beurteilen. Es geht hat nicht, dass man schon jetzt zu Massenprotesten gegen die Regierung und den Boykott ihrer Mitglieder aufruft.

Auch wäre es doch gut, wenn die Landkreise und Städte ihre Lehrpläne selber finanzieren würden. Warum sollen Lehrpläne von der politischen Agenda einer bestimmten Partei abhängig sein? Man kann doch nicht immer wieder die Lehrpläne ändern je nachdem, welche Partei die Wahlen gewonnen hat. Politiker haben in den Schulen eigentlich nichts zu suchen.

Und was für Probleme gibt es sonst noch bei uns? Immer die gleichen, alles wird immer noch teurer. Jetzt wurde Israels größte Drogeriekette „Super Pharm“ dabei ertappt, viele Produkte um oft zweistellige Prozentsätze erhöht zu haben, ohne es öffentlich zuzugeben oder sich dazu zu äußern.

Ein guter Arbeitsplatz, die Knesset, Bild: Shutterstock

Und während die einfachen Bürger versuchen, mit den Verteuerungen irgendwie klar zu kommen, haben sich unsere Knessetabgeordneten erst einmal die Gehälter erhöht. Praktisch, wenn man selbst „am Schalter“ sitzt.

Und mit diesen „optimistischen“ Nachrichten wünsche ich Euch einen tolle Montag und einen angenehmen Beginn der neuen Arbeitswoche. Shalom aus Israel!



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