Preis- und Koalitionskämpfe

Guten Morgen liebe Leser!

So, da haben wir ihn schon wieder, den Freitag. Eine weitere Woche liegt hinter uns, ich hoffe, es war eine gute Woche für Euch. Ich habe diesmal auf einen Großeinkauf zum Wochenende verzichtet. Er ist gar nicht nötig, denn auch ohne ihn ist der Kühlschrank voll. Wir kaufen eigentlich viel zu viel ein. Und am Ende wird dann viel weggeschmissen. Wir haben uns daran gewöhnt, vor dem Wochenende so richtig groß einkaufen zu gehen, damit bloß nichts fehlen wird. Und mit den Jahren habe ich mich diesem Brauch einfach angeschlossen. Jetzt, wo viele Dinge immer teurer werden, ist es eine gute Zeit, die alten Gewohnheiten zu überdenken und dabei auch noch etwas Geld zu sparen.

Um gegen die nicht endenden Preiserhöhungen der Lebensmittelkonzerne vorzugehen, ist hier bei uns ein regelrechter Kampf zwischen den Supermarktketten und den Konzernen entfacht. Die Supermärkte wollen die Preiserhöhungen nicht einfach so hinnehmen. Die Konzerne zeigen sich stur und haben die Lieferungen ihrer Produkte an die Supermärkte gestoppt. Das Ergebnis sind nun Schilder an den Supermarktregalen, auf denen der Grund für das Fehlen vieler Produkte erklärt wird. Ich glaube, so etwas passiert auch bei Euch gerade.

Die Frage ist jetzt, wer hat mehr Durchhaltevermögen, die Konzerne oder die Supermarktketten, oder sogar wir, die Kunden? Es gibt leider immer noch genug Verbraucher, die so gut wie gar nicht auf die Preise schauen. Sie kaufen automatisch die Produkte, die sie immer gekauft haben. Dabei gibt es so viele Alternativen, wie zum Beispiel die Eigenmarken der Supermärkte. Diese sind deutlich billiger und stammen oft sogar vom selben Hersteller wie das entsprechende Markenprodukt.

Für unser Wochenende haben nur ein paar Dinge gefehlt. Ich hatte aber gar keine Lust deswegen zu einem Supermarkt zu fahren und habe mir daher den Luxus gegönnt, den bei uns in Modiin vor Kurzen gestarteten Lieferdienst Wolt zu nutzen. Eigentlich kein gutes Beispiel, wenn man Geld sparen will. Dennoch war ich begeistert, nach knapp 20 Minuten waren die Waren bei mir eingetroffen, das Wochenende kann beginnen.

Ich bin gespannt, ob unsere nächste Regierung etwas gegen die ständigen Preiserhöhungen unternehmen wird, oder ob sie sich nur um sich selber kümmern wird. Bei den endlosen Koalitionsverhandlungen bekam ich nicht den Eindruck, dass der Bürger an erster Stelle steht. Vielmehr versuchte jeder, das Maximum aus den Verhandlungen für sich zu ergattern. Doch schon bald werden sich die neuen Minister beweisen müssen. Denn sie sollten nicht vergessen, dass es in spätestens vier Jahren wieder Wahlen geben wird. Denn Israel ist nach wie vor eine Demokratie, auch wenn jetzt gerade viele Politiker vom „Anti-Bibi-Block“ etwas anderes behaupten.

Sie sehen die Demokratie in Gefahr. Ich verstehe das nicht. Warum ist man nicht bereit, die Wahlergebnisse zu akzeptieren? Jetzt hat der ehemalige Armeechef und heutige Abgeordnete der Nationalen Einheit, Gadi Eisenkot, zu einem Protest gegen Netanjahu aufgerufen, um „Schaden für die nationalen Interessen Israels zu vermeiden“, wie er sagte.

Es müssen „Millionen von Menschen auf die Straße gehen, und ich werde einer von ihnen sein“, sagte Eisenkot. Dass ein ehemaliger Armeechef zu einem Massenprotest gegen die neue Regierung aufruft, ist schon irgendwie ein starkes Stück. Besonders, weil die neue Regierung noch gar nicht mit ihrer Arbeit begonnen hat. Und trotzdem versucht man seitens der Netanjahu-Gegner, uns schon jetzt Angst zu machen. Wie war das noch mit dem Akzeptieren der Wahlergebnisse, um das gerade der „Anti-Bibi-Block“ noch vor den Wahlen gebeten hatte?

Jetzt wünsche ich uns allen ein ruhiges Wochenende und einen gesegneten Schabbat. In der nächsten Woche werden wir dann hoffentlich eine stabile Regierung bekommen, wenn man dort endlich aufhört, sich um die Ministerposten zu streiten.

Wie immer würde ich mich über Eure Kommentare freuen. Schreibt mir, was Ihr gerne auf dieser Seite lesen würdet, welche Themen Euch besonders interessieren. Und bitte helft dabei, Israel Direkt bekannter zu machen, damit sie sie sich weiterentwickeln und mehr anbieten kann. Macht es gut, Shabbat Shalom aus Modiin!



Kategorien:Der Blog

1 Antwort

  1. Naja, Itamar Ben-Gvir ist schon starker Tobak… aber:

    https://www.juedische-allgemeine.de/meinung/nach-der-israel-wahl-kritik-ja-hass-nein/

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