Gedanken zum Donnerstag

Guten Morgen liebe Leser!

Schon als ich mit meinem Auto den Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs erreichte, wurde mir klar, dass der Zug heute voll sein wird. Keine Ahnung, warum. Heute ist Donnerstag, ja, wie haben wieder einmal das Ende der Woche erreicht, sodass es es eigentlich logischer wäre, wenn die Züge nach Modiin voller als normal sind, denn heute kommen die jungen Soldaten wieder für das Wochenende nach Hause.

Ich habe diesen Donnerstag, an dem unser Sohn von seiner Basis nach Hause kam, noch sehr gut in Erinnerung. Zwei Jahre und acht Monate haben wir das durchgemacht, dieses Warten auf den Donnerstag.

Da ich in der Zeit des Armeedienstes unseres Sohnes wegen Corona die meiste Zeit von zu Hause aus gearbeitet habe, habe ich den Donnerstag besonders gut in Erinnerung. Unser Sohn informierte uns, wann genau er von der Basis los fährt und wann er in Jerusalem auf den Bus wartet. Im April dieses Jahres begann er dann, mit dem Zug von Jerusalem nach Modiin zu fahren, was die Fahrzeit nach Hause enorm verkürzte.

Aber gut, mit diesen Donnerstagen ist es seit vier Wochen endlich vorbei, Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Doch jedes Mal, wenn ich die vielen Soldaten sehe, die sich auf dem Weg nach Hause machen, muss ich an meinen Sohn denken.

Die Zeit, in der die Kinder in der Armee sind, ist für die Eltern eine ganz besondere Zeit. Ja, auch wir Eltern leisten in dieser Zeit unseren Dienst für das Land. Es ist das, was uns, trotz der ganzen Meinungsverschiedenheiten, zusammen hält.

Die Bemühungen um eine neue Regierung laufen jetzt wieder auf Hochtouren. Nachdem die Opfer des fürchterlichen Anschlags vom Dienstag beigesetzt wurden, beginnen wir wieder mit der Alltagsroutine.

Das klingt jetzt ziemlich hart, aber wir haben keine andere Wahl. Leider leben wir in einer Realität, in der diese terroristischen Attacken Teil unseres Alltags sind. Ja, es kann jeden von uns erwischen. Da geht man zum Tanken und denkt gar nicht daran, dass man am nächsten Tag vielleicht nicht mehr am Leben ist, schrecklich.

Aber das Leben muss weitergehen, das sind wir auch den Opfern dieser Terroranschläge schuldig. Wir zeigen den Terroristen, dass es keinen Sinn hat, uns umzubringen, wir werden immer stark bleiben und auf unser Existenzrecht bestehen. Ja, auch heute noch, bald 75 Jahre nach der Gründung des Staates Israel, ist unser Kampf um die Unabhängigkeit noch nicht beendet.

Zurück zur Politik. Die US – Regierung hat jetzt durch ihren Botschafter in Israel noch einmal angedeutet, dass sie nicht mit dem Kandidaten für das Amt des Verteidigungsministers einverstanden seien. Die Wahl des nächsten Verteidigungsministers müsse mit Verstand getroffen werden. Eigentlich eine Unverschämtheit, sich derartig in die inneren Angelegenheiten eines anderes Staates einzumischen. Aber es scheint Wirkung zu haben.

Gestern gab es Gerüchte, wonach Vertreter des Likuds und der Vereinten Liste von Benny Gantz über eine mögliche Regierungsbeteiligung gesprochen hätten. Natürlich wurde dies dementiert, aber es könnte darauf hinweisen, dass Netanjahu versucht, Bezalel Smotrich zu umgehen und ihn draussen vor zu lassen und Benny Gantz das Amt des Verteidigungsministers anzubieten. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass Gantz eine Kehrtwende macht und sich gegen seine Wahlversprechen auf eine Koalition mit Netanjahu einlässt. Aber es könnte auch nur ein Druckmittel sein, um Smotrich etwas unter Druck zu setzen, damit dieser am Ende bereit sein wird, einen anderen Ministerposten zu übernehmen, um an der nächsten Regierung beteiligt zu sein.

So, liebe Leser, jetzt habe ich erst mal wieder genug „geredet“, es wird Zeit, sich auf den neuen Arbeitstag vorzubereiten. Wir werden sehen, wie sich die Dinge entwickeln.

Ich wünsche Euch einen angenehmen Donnerstag, freut Euch zusammen mit mir auf das Wochenende, es ist fast schon da. Ich würde mich auch über Eure Kommentare zu meiner Seite freuen mit Vorschlägen zur Verbesserung. Diese Seite ist für Euch und wenn Sie euch gefällt, könnt Ihr mich gerne unterstützen. Erzählt Euren Bekannten von dieser Seite, verteilt sie in anderen Gruppen und Foren oder helft mit mit einem kleinen monatlichen Beitrag, diese Seite noch besser zu gestalten. Denn leider ist es mir noch nicht möglich, aktuelle Bilder von den Ereignissen bei uns zu zeigen, denn das ist mit nicht wenig Kosten verbunden.

Und jetzt wünsche ich Euch nochmal einen tollen Tag, ich freue mich, Euch hier als Leser zu haben. Shalom aus Israel!



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1 Antwort

  1. Danke vielmals für deine Berichterstattung, ich lese deine Beiträge sehr gerne 🙂
    Liebe Grüsse Brig

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