Israelische Realität – Steine auf Bus mit Soldaten

Wie Ihr sicher wisst, hat mein Sohn vor drei Wochen seinen Armeedienst endlich beendet. Es waren lange zwei Jahre und acht Monate. Seinen Dienst machte er in einer Basis nahe der Stadt Beit El in Samaria. Wir haben uns eigentlich immer Sorgen gemacht, wenn auf dem Weg zur oder von der Basis war. Immer war da die Angst, dass etwas passieren könnte. Beit El liegt in das, was von der Welt als „besetzte Gebiete“ oder „Westjordanland“ genannt wird. Wir nennen das Gebiet bei seinem richtigen Namen, Samaria und Judäa.

Aber die Situation ist nicht einfach, zu oft passiert etwas in dieser Gegend, wo viele Gebiete von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet werden. Beit El gehört natürlich zu den von Israel kontrollierten Gebieten. Und im Ausland werden Beit El und andere Städte und Dörfer als „illegale jüdische Siedlungen“ bezeichnet. Und allein dadurch gibt man den Feinden Israels die Legitimierung, gegen uns, den Israelis, oder besser, den Juden, zu kämpfen.

Wer in den sogenannten „Gebieten“ lebt, sei ja selber schuld, heißt es oft nach einem Anschlag. Oft wird besonders betont, dass das Opfer ein „jüdischer Siedler“ gewesen war. „Ach so, dann ist das etwas anderes“, könnte dann ein Leser im Ausland denken.

Natürlich sollte jede Art von Gewalt verurteilt werden. Und jetzt zu dem Video, dass gestern durch die sozialen Netzwerke ging. Das Video zeigt einen Bus kurz vor der Stadt Beit El. Es ist genau der Linienbus, mit dem unser bis vor drei Wochen immer gefahren ist. Gestern war Donnerstag und das ist der Tag, an dem die jungen Soldaten zum Wochenende nach Hause fahren. Ein Freund meines Sohnes hatte das Glück, einen Bus vorher erwischt zu haben. Die Busse sind sehr voll, denn alle wollen auf einmal nach Hause.

Im Video könnt Ihr das sehen, vor dem wir immer Angst gehabt hatten, der Bus wurde von einem Araber mit Steinen geworfen. Das klingt harmlos, ist es aber ganz und gar nicht.

Wie Ihr seht, war das kein angenehmes Erlebnis, die Soldaten suchten Schutz zwischen den Sitzreihen, bis sich ein Soldat entschloss, mit dem Gewehr in der Hand in die Richtung des Terroristen zu schauen. Diesmal kam niemand zu Schaden, aber es gab genug Fälle mit einem tragischeren Ausgang.

Ich konnte kaum glauben, dass das, vor dem ich mich so gefürchtet hatte, tatsächlich passierte, drei Wochen nach der Entlassung meines Sohnes aus der Armee. Aber denkt darüber nach, wie viele Eltern sich jeden Tag um ihre Kinder sorgen, die ihren Dienst in der Armee leisten. Das ist eine Realität, die Ihr Euch vielleicht gar nicht vorstellen könnt. Und das ist auch gut so.



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