Der Streit um die Ministerposten kann beginnen

Guten Morgen liebe Leser!

Ich sitze wieder in meinem Zug nach Tel Aviv, der auch heute wieder sehr voll ist, allerdings ohne die vielen Soldaten, außer denen, die jeden Tag nach Hause kommen können.

Heute bin ich in Begleitung meiner Tochter, Montag ist der einzige Tag der Woche, an dem wir zusammen nach Tel Aviv fahren. Sie studiert jetzt schon in ihrem dritten Studienjahr und fängst meistens immer erst gegen Mittag an. Das ist nicht unbedingt ein Privileg, denn oft kommt sie deswegen erst sehr spät nach Hause.

Mein neuer Arbeitsplatz befindet sich nur 600 Meter von der Hochschule meiner Tochter entfernt, total verrückt. Wer hatte vor einigen Monaten gedacht, dass ich hier während meiner Arbeit meiner Tochter so nah sein werde. Das hat zum Vorteil, dass wir uns hier und da zum Mittagessen treffen, oder gemeinsam wieder nach Hause fahren.

Heute früh auf dem Weg zum Bahnhof in Modiin, Bild: Dov Eilon

Auf dem Weg zum Bahnhof bekomme ich vom Zeitungsverteiler immer die Zeitung „Israel Hayom“ in die Hand gedrückt, zusammen mit einem netten „Boker Tov“, guten Morgen. Das ist immer ein netter kleiner Augenblick in der sonst so gestressten morgendlichen Alltagsroutine.

Die (Koalitions)-Spiele beginnen

Heute wird es politisch gesehen so richtig spannend. Es geht um die Bildung einer neuen Regierungskoalition. Leicht wird Netanjahu es nicht haben. Und das ist schade. Bei den Beratungen mit den einzelnen Koalitionspartnern versucht nun jeder durch Drohungen von Sanktionen seinen Willen durchzusetzen. Das passiert sogar innerhalb des Likud. Allen voran der ehemalige Finanzminister Israel Katz, der es als selbstverständlich ansieht, auch in der neuen Regierung wieder als Finanzminister zu fungieren. Und das, obwohl er bei den Wahlen innerhalb der Partei nur einen Platz in der Mitte bekommen hat. Damit wurde er wegen seiner Äußerungen gegen Netanjahu nach den verlorenen Wahlen „bestraft“. Dennoch gibt er sich selbstsicher und erklärte, dass nur er für das Amt in Frage käme. Um ihn herum hat sich eine Interessengruppe gebildet und es wurden Drohungen vernommen, in denen gesagt wurde, dass, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden, sie bei den Abstimmungen innerhalb der Koalition nicht teilnehmen würden. Das ist eigentlich ein Unding. Israel Katz meinte aber selbstsicher, dass es gar nicht dazu kommen würde, er sei sich sicher, den Posten des Finanzminister zu bekommen. Viel Erfolg.

Israel Katz (l.) , wird Netanjahu ihm den Job als Finanzminister geben?

Aber auch die anderen Parteien haben Forderungen. Die größten Kopfschmerzen werden wohl die Kandidaten des religiösen Zionismus machen. Die im Ausland verpönten und sogar als Rassisten bezeichneten Abgeordneten Bezalel Smotrich und besonders Itamar Ben Gvir haben klare Forderungen. Smotrich möchte das Finanzamt, schielt aber auch in Richtung Verteidigungsministerium, während Ben Gvir schon seit langem angekündigt hatte, dass er am Ministerium für Innere Sicherheit interessiert sei. Und damit nicht genug, er fordert gleichzeitig schon jetzt eine ganze Reihe von Reformen innerhalb der Polizei, von denen einige sogar recht logisch sind. So fordert er mehr Polizisten und, besonders wichtig, eine Erhöhung der Gehälter. Was die „normalen“ Polizisten heute verdienen, ist meiner Meinung nach einfach eine Unverschämtheit.

Gratis Bewachung zu Hause

Auch für uns wird sich wohl bald wieder etwas ändern. Ein paar Häuser weiter von uns wohnt der Likud Abgeordnete Yariv Levin, der in der Regierung unter Netanjahu Vorsitzender der Knesset war. Dadurch wurde seine Wohnung und Straße ständig bewacht. Auch wir profitieren davon mit einem Gefühl der Sicherheit. Und nun wird unser Nachbar auf jeden Fall Minister werden, oder vielleicht wieder Vorsitzender der Knesset. Für uns bedeutet das die Rückkehr der Wachmänner in unsere Straße. Und das vollkommen gratis.

Der Zug nähert sich Tel Aviv. Gleich werde ich aussteigen müssen, ein neuer Arbeitstag beginnt. Für den Abend wurde Regen angesagt und morgen soll sich zum ersten Mal der Winter bei uns melden. Naja, Ihr wisst schon, wie der Winter hier bei uns ist. Ich habe aber auf alle Fälle meine Schuhe gewechselt. Wir freuen uns auf den Regen, wenn er denn wirklich kommen sollte.

Einige Leser fragten mich, ob ich nicht über den Wasserstand des Genezareth Sees berichten könnte. Ich denke, das ist machbar, besonders um Winter ist das von Bedeutung. Im Sommer weniger, da es dann ja eh keinen Regen gibt. Wenn Ihr wollt, kann ich vielleicht am Abend eine kurzen Wetterbericht für den kommenden Tag veröffentlichen. Zusammen mit den „Eindrücken aus Israel“, habt Ihr sie schon gesehen?

Und jetzt wünsche ich Euch einen wunderbaren Montag, startet gut in die Woche. Ich freue mich, dass wir hier zusammen sind. Bleibt dran. Shalom aus Israel!



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  1. Hallo Dov Eilon
    Danke, dass wir hier weiter einen Morgenbericht lesen dürfen. Ich liebte „Israel guten Morgen“.
    Es sind bei Ihnen immer interessante Themen, gespickt mit Persönlichem.
    Kleiner Tipp: Text nochmal durchlesen vor dem Hochladen. Ich bin sonst gut im Entziffern von Schreibfehlern. Aber heute war manches auch für micht nicht erratbar….
    Einen guten Tag!
    Regula aus der Schweiz

    • Vielen Dank für für netten Worte. Ich schreibe diese Artikel während meiner Fahrt im Zug mit meinem Handy, da schleichen sich in der Tat leider immer einige Fehler ein. Ich verspreche, diese schneller zu entdecken und zu korrigieren. Liebe Grüße aus Israel, Dov

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