Wahlkampf und Terror zum Wochenbeginn

Guten Morgen liebe Leser!

Heute bin ich besonders früh aufgestanden. Nicht, weil ich es nicht mehr erwarten konnte, endlich in die neue Woche zu starten, sondern weil es meiner biologischen Uhr anscheinend völlig egal ist, dass wir heute Nacht die Uhren um eine Stunde zurück gestellt haben.

Ich war total erschreckt, als ich auf die Uhr schaute, die noch die Sommerzeit anzeigte (was mir in dem Moment aber nicht klar war), da stand 7 Uhr. Mist, dachte ich, das mit der Zeitumstellung scheint nicht geklappt zu haben. In Rekordzeit habe ich mich dann für das Verlassen der Wohnung fertig gemacht, dann nahm ich das Handy (wo bereits die korrekte Zeit angegeben wurde) und sah, daß erst 6:10 Uhr war. Ich war beruhigt, meine Smart Watch (wie nenne ich so etwas auf Deutsch?) hatte sich nicht mit meinem Handy synchronisiert. Das nennt man technischen Fortschritt.

OK, wir befinden uns jetzt also wieder in der Winterzeit, was ja eigentlich unsere normale Zeit ist. Habt Ihr auch daran gedacht, die Uhren zu stellen? Die Vor- und Nachteile der Sommerzeit werden in den Medien genügend diskutiert, sodass ich nicht weiter darauf eingehen werde. Aber ich gebe zu, dass es netter ist, am frühen Morgen aus dem Haus zu gehen, wenn es hell ist. Andererseits mag ich es nicht, im Dunkeln von der Arbeit nach Hause zu kommen. Aber heute habe ich Dank der Zeitumstellung eine Stunde mehr zu Hause verdienst und schreibe Euch schon jetzt diese Zeilen, was sonst erst passiert, wenn ich bereits im Zug auf meinem Weg zur Arbeit sitze.

Diese Woche, die zweite Woche von Israel Direkt, beginnt leider mit den Berichten vom Terroranschlag gestern Abend in Kiriat Arba bei Hebron. Wie bereits gestern berichtet, ist dabei ein Mann getötet worden, er war mit seinem Sohn unterwegs, schrecklich. Der zweite Schwerverletzte von gestoßen ist ein Rettungssanitäter, der den anderen Verletzen zu Hilfe kam und dann vom Terroristen angeschossen wurde.

In Judäa und Samaria gibt es leider keine Ruhe, jeden Tag bekomme ich mehrere Meldungen von versuchten Auto – oder Schussattacken und, was sehr oft passiert, Steinwürfe auf vorbeifahrende Autos. Das ist sehr gefährlich.

Und mitten in diesem ganzen Schlamassel finden übermorgen die Wahlen statt. Bei den letzten Umfragen, die gemacht werden dürfen, hat der Likud einen weiteren Sitz verloren, ihn werden jetzt 30 Sitze vorhergesagt.

Im Fernsehen werden gerade die letzten Umfrageergebnisse gezeigt. 30 Sitze für den Likud und 27 für Jesh Atid, das kann spannend werden.

Aber man sollte sich nicht zu sehr auf Umfragen vor den Wahlen verlassen, besonders nicht hier bei uns. Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass besonders Wähler des Likuds bei Umfragen nicht die Wahrheit sagen. Bei der echten Wahl kam es dann zu Unterschieden von bis zu fünf Sitzen und mehr. Die einzige echte Umfrage, auf die wir uns verlassen sollten, sind die Wahlen selbst am Dienstag. Gegen 22 Uhr wird es dann eine erste Hochrechnung geben, die aber auch nicht hundertprozentig richtig sein muss, da dafür die Stimmen von besonderen Wahlurnen gezahlt werden, die in einigen Wahllokalen aufgestellt werden, wo die Wähler gebeten werden, ihre Stimme noch einmal abzugeben Auch da kann geschummelt werden.Also, einfach abwarten bis zu den echten Ergebnissen, die es wohl am Mittwochmorgen geben wird.

Netanjahu ist besorgt. „Unentschieden, Eure Stimme zählt. Geht Machal wählen“ (Machal sind die Buchstaben auf dem Wahlzettel für den Likud , מחל)

Im Frühstücksfernsehen wurde gerade berichtet, dass man sich in Weißen Haus grosse Sorgen darüber mache, was die Wahlen bei uns betrifft. Man befürchte die Wahl von Bezalel Smotrich und besonders von Itamar Ben Gvir und ihrer Beteiligung in der kommenden Regierung. Jeder darf seine eigene Meinung haben, aber kann sich eine fremde Regierung derart in die Wahlen eines anderen Staates einmischen? Müssen Wähler, die eine der Rechten Parteien wählen, um eine Reaktion der US-Regierung Sorgen? Ich finde, so etwas geht gar nicht, was meint Ihr dazu?

So, und jetzt ist es an der Zeit, die Wohnung zu verlassen, sonst verpasse ich noch meinen Zug. Am Sonntag sind die Züge meistens besonders voll, da die Soldaten nach dem Wochenende zu Hause wieder auf dem Weg zu ihren Basen sind. Nur unserem Sohn ist das jetzt egal, er ist jetzt seit anderthalb Wochen ein ganz normaler Zivilist. Wir alle müssen uns noch daran gewöhnen.

Ich wünsche Euch einen angenehmen Tag, genießt den Sonntag, hier bei uns beginnt die neue Arbeitswoche. Shalom aus Modiin!



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1 Antwort

  1. Vielen Dank erst einmal, es ist sehr interessant so aus einer ganz anderen Gegend zu erfahren wie der Alltag ist. Ich habe da auch eine andere Quelle aus der Schweiz, an der ich sehe, dass es den Schweizern auch kaum besser geht als uns in Deutschland.
    Zu den Umfragen: Das haben sogar schon Kandidaten bei uns aufgegeben: sie wollten keine Umfragen gewinnen, sondern die Wahlen. Das schön gesagt, hat aber nichts daran geändert, dass die Medien sich ganz unverschämt in die Meinungsbildung einmischen.
    Auch die EU (besonders die nicht gewählten, sondern „auserwählten“) mischen sich hier gerne in fremde Wahlen ein, wie eben auch die US, sind halt sozialisten.

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