Donnerwetter

Guten Morgen liebe Leser!

Heute früh wurde ich nicht von meinem Wecker, sondern von einem Donner geweckt. Dieser Donner erinnerte mich sehr an einen Tag im Juli 2014, als wir durch den Knall einer Iron Dome Abwehrrakete um Punkt sechs Uhr früh aus den Betten gerissen wurden. Ganz Modiin kam an jenem Tag pünktlich zur Arbeit oder in die Schule.

Warum sich gerade dieser Tag aus dem Jahr 2014 so in meine Erinnerungen geprägt hat? Weil das der erste Raketenalarm war, den ich in Modiin erlebt habe. Es war der Beginn einer für uns neuen Realität. Auch wir gehörten nun zum Club der mit Raketen der im Gazastreifen sitzenden Hamas erreichbaren Städte.

Sommer 2014, Iron Dome Raketen jagen über unserem Haus eine Hamas Rakete

Seitdem gab es in den letzten Jahren noch etliche weitere Raketenalarme und wir haben uns tatsächlich an diese neue Realität gewöhnt, wie tragisch das auch klingen mag. Man hört die Sirene oder das Schrillen der Raketenwarn-App im Handy, geht in den Schutzraum, wartet auf den Knall der Raketenabwehr und nach weiteren fünf Minuten geht es weiter mit dem Alltag.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich mich beim letzten Alarm in diesem Sommer, zu Beginn der Operation „Morgendämmerung“ gegen den Islamische Jihad, schon so richtig erschreckt habe. Ich war gerade beim Ordnen des Geschirrs in den Geschirrspüler, als mich die schrille Sirene aus meinen Gedanken schreckte. Wie ein Roboter begab ich mich dann in unseren Schutzraum, es ist das Zimmer unseres Sohnes, schloss die Eisentür am Fenster und schaltete den Fernseher ein. Erst dann war ich wieder ich selbst. Wir beendeten die Raketenroutine und kehrten dann in unser Alltagsleben zurück.

Da könnt Ihr mal sehen, was so ein einziger Donner am Morgen für Erinnerungen erweckt! Vor dem Verlassen der Wohnung habe ich mich heute mit einem Regenschirm bewaffnet, zum Glück konnte ich mich noch daran erinnern, wo ich ihn damals am Ende der Regenzeit versteckt hatte. Ich wollte nicht noch einen neuen Regenschirm kaufen.

Ein grauer Himmel über Tel Aviv, Bild: Dov Eilon

Jetzt schleppe ich mich mit diesem Schirm durch den Tag, ansonsten bin ich noch immer im Sommer Outfit. Ich bin eben optimistisch. Am Wochenende werden wir dann unsere Kleiderschränke auf den Winter vorbereiten, d. h. Die Winterkleidung nach vorne, die Sommersachen nach hinten. Dann werde ich auch mal eine Jacke mitnehmen können, denn Momenten habe ich keinen Ahnung, wo wir sie damals am Ende des Winters versteckt haben.

Heute soll es auch um Laufe des Tages weiter donnern und regnen, was ja auch gut für unser Land ist. Ich hoffe für die Zukunft, nur noch von natürlichen Donnern aus dem Schlaf gerissen zu werden und dass es im Gazastreifen ruhig bleibt. Bin ich da zu optimistisch?

Ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Tag! Shalom!



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  1. בוקר תוב ותודה רבה לך
    für das Mithineinnehmen und Teilhaben lassen am ganz normalen Israel-Alltag.
    Das hilft und gibt gute Impulse für unseren Gebetsauftrag !🙋🏼‍♀️

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