Schwedische Aussenministerin wird Zielscheibe harscher israelischer Kritik

Die moralische Deutungshoheit Schwedens als selbstgefällige Hüterin und Wahrerin höchster humanitärer Ansprüche wackelt gewaltig – zumindest nach israelischer Einschätzung. Diese wird nämlich mit harschen Worten der Kritik von Regierungs- und Oppositionsseite in die Mangel genommen.

Nachdem Aussenministerin Margot Wallström sich erdreistet hatte, am vergangenen Dienstag im Parlament Israels Bekämpfung des gegen seine Zivilbevölkerung und Armeeangehörige gerichteten palästinensischen Terrors mittels Messern und Amokfahrten als unlauter zu bezeichnen, weil weitaus mehr Attentäter als attackierte Juden ums Leben gekommen seien, ist das Fass an Kritik gegen Schwedens Anwürfe übergelaufen. Wallström forderte gar eine internationale Untersuchung gegen das israelische Abwehrdispositiv; sie behauptet nicht nur, die Rate an Toten hüben und drüben sei „unausgeglichen“, nein – sie wirft Israel gar aussergerichtliche Hinrichtungen der Attentäter vor.

Die Balance des Schreckens, die die Messer-Intifada seit Anfang Oktober ausgelöst hat, ist in der Tat unausgeglichen. Mutigen Zivilisten, reaktionsschnellen Grenzschützern, Soldatinnen und Soldaten sowie Polizeikräften gelang es häufig, Attentäter während der Ausübung ihrer mörderischen Tat oder kurz zuvor zu erschiessen. Vielerlei Kamera-Aufnahmen belegen die geglückte Abwehr, manchmal aber auch entsetzliche Hinrichtungen jüdischer Israeli, die regelrecht abgeschlachtet wurden – teilweise mit Äxten.

Nun ist der Teufel los, und männiglich fragt sich, wieso sich ein souveräner Staat zu entschuldigen habe, wenn er seine Bürger rechtens schützt. 25 Israelis sind bislang ermordet worden, über 300 zum Teil schwer verwundet. Auf der anderen Seite sind 130 palästinensische Attentäter im Alter zwischen 13 und 72 Jahren erschossen worden, einige wurden verletzt festgenommen, einige auch unverletzt. In bloss wenigen Fällen vermochte ein Attentäter unerkannt zu fliehen.

Das Aufrechnen von Toten ist nicht neu. Bereits im 51-tägigen Gaza-Krieg im Sommer 2014, als Tausende von der islamischen Terrormiliz Hamas abgefeuerte Raketen das zivile Leben Israels lahmlegten, beklagte so mancher Israel-Gegner, es seien zu wenig israelische Bürger umgekommen. Rechenbeispiele dieser Gattung sind an Perversität nicht zu überbieten!

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Margot Wallström  (Foto: Jonatan Svensson Glad // CC-BY-SA 2.0 // via Wikimedia Commons)

Das israelische Aussenministerium geisselte die „unverantwortlichen und zusammenphantasierten Deklarationen“ der schwedischen Aussenministerin. Diese führten dazu, dass man dem Terror den Rücken stärke und Gewalt fördere. Oppositionschef Yitzhak Herzog vom „Zionistischen Lager“ fragte sich in einem Facebook-Eintrag, wie wohl Schweden reagieren würde, sollten auf seinem Territorium Terrorattacken erfolgen. Wieso habe Schweden nicht ähnlich reagiert, als in Paris die Polizei die islamischen Attentäter vom 13. November erschossen habe? Würde Schweden in einem solchen Fall ebenfalls fordern, die Köpfe der Attentäter zu streicheln, weil sie eine „schwierige Kindheit“ gehabt hätten?

Grobes Geschütz fuhr auch Israels ehemaliger Aussenminister Avigdor Liebermann auf. Der Oppositionspolitiker von der Partei „Israel ist unser Haus“ meinte sarkastisch: „Die einzige Tat, die die schwedische Aussenministerin noch nicht vollzog, ist ihre physische Gefolgschaft bei palästinensischen Terroristen, um Juden abzustechen. Aufgrund des Laufs der Dinge bis anhin bleibt sehr zu hoffen, dass dies nicht geschehen werde.“

Die Wogen im israelischen Parlament sind noch nicht geglättet. Der Vorsitzende der Knesset-Kommission, David Bitan von der konservativen Likud-Partei, wandte sich am Mittwoch an den Knesset-Vorsitzenden Juli Edelstein und bat ihn, die parlamentarische Freundschaftssektion Israel-Schweden aufzulösen. Jede Woche unterstütze die schwedische Aussenministerin den gegen Israel gerichteten Terror in noch exzessiverem Ausmasse. Die Unterstützung erfolge über die materielle Alimentierung propalästinensischer, radikal-linker Organisationen, die gegen den Staat Israel und seine Armeeangehörige gerichtet seien.

Der Vorsitzende der israelisch-schwedischen Freundschaftsliga, Eyal Ben-Re’uven vom „Zionistischen Lager“, hält indes dagegen, man trage nicht zuletzt wegen der 20’000 Juden in Schweden eine Verantwortung. Israel verfüge über eine moralisch agierende Armee und eine starke Gerichtsbarkeit, daher verbiete man sich Einmischungen in innere Angelegenheiten. Hingegen müsse man das israelische Vorgehen in Sachen Terror besser erklären und der schwedischen Bevölkerung die Unhaltbarkeit der Vorwürfe der Aussenministerin Wallström klarmachen.

© Ronaldo Goldberger für „Israel Direkt“


Kategorien:Audio Podcast, Hintergrund

2 replies

  1. Israel ist Israel – Schweden, die Aussenministerin hat weder ein Mitspracherecht noch hat sie überhaupt ein Recht sich zu äußern!!!

    Israelis, Soldaten / Soldatinnen schützen “ Menschen „, die von Attentäter / Attentäterinnen angegriffen werden – die sich schutzlos der Aggression ausgeliefert sehen. – die, und nur diejenigen haben Mitspracherecht, nicht diejenigen, die umgeben von Bodyguards aus der Sicherheit dummes Zeug quatschen. – BE

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    • Ja , so ist es , Israel hat das Recht , ihr Volk zu schützen , “ Menschen “ .
      Die Israelis sind Menschen und Gottes Volk und niemand sollte sich in Israels Angelegenheiten
      einmischen .

      Das was die Palästinenser da tun ist ein Verbrechen , gegen ein Volk , gegen das jüdische – israelische Volk .Die Palästinenser glauben mit Einschüchterung was auszurichten .

      Die Nationen sollten sich schämen , immer gegen Israel die Finger zu erheben , sie sollten lieber anfangen
      Israel zur Seite zu stehen und Ihnen helfen gegen die bösen Intrigen und Machenschaften der Lügen

      IL

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