Shabbat Shalom

 

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Hallo liebe Leser,

wieder haben wir eine Woche hinter uns, heute Abend beginnt der Shabbat. Ich sitze noch im Bus auf dem Weg nach Jerusalem und denke, in was für einer Realität wir hier in Israel leben. Wie war die vergangene Woche ? Sie war normal, Alltag eben. Nichts besonderes. Eine ganz normale Woche halt. War sie das wirklich ?

Wir Israelis scheinen uns schnell an etwas zu gewöhnen. Ich jedenfalls denke schon seit längerer Zeit nicht mehr daran, dass wir uns inmitten einer Terrorwelle befinden. Ich lebe meinen Alltag, so wie es meine Kinder auch tun. Auch die Abendnachrichten im Fernsehen haben sich an diesen „neuen“ Alltag gewöhnt. Gestern zum Beispiel, was hatten wir da ?

Alles, von Steinen, die auf israelische Autos geworfen wurden, über Brandbomben, Messerattacken und Schüsse auf Israelis, es gab von jedem etwas. Selbst hier bei uns nehmen Meldungen über solche Ereignisse nicht mehr die ersten Plätze in der Berichterstattung ein. In der Zeitung musste ich einige Seiten blättern um etwas über die Terrorattacken von gestern zu lesen. Das Massaker von Kalifornien hat die lokalen Terrorerignisse verdrängt. Berichte über die gestrigen Terrorattacken befinden sich auf Seite 3 in der Zeitung.

Auch die Meldung über die Verhaftung jüdischer Jugendlicher, die unter dem Verdacht stehen, Terrornschläge gegen Araber ausgeführt zu haben, unter anderem die Brandstiftung des Hauses der Familie Dewabsheh , wo ein Baby und beide Eltern ums Leben kamen war ein Grund, dass die Terroranschläge gegen Israelis von der Titelseite verdrängt wurden.

Auch ich habe einige Ereignisse der vergangenen Tage  schon längst aus meiner Erinnerung verdrängt. Mir ist kaum noch bewusst, dass ich am Montag letzter Woche an zwei Orten war, wo es kurz zuvor Terrorattacken und einen Mord gegeben hatte. Zum einen der Angriff zweier minderjähriger arabischer Mädchen an Passanten am Machane Jehuda Markt, wobei sie zynischerweise einen 70 jährigen Araber aus Betlehem verletzten , ich sah noch , wie die Blutspuren von einem Reinigungswagen der Stadt von der Strasse abgewaschen wurden, zum anderen die tödliche Messerattacke gegen den 18 Jahre alten Soldaten Ziv Mizrachi an einer Tankstelle an der Strasse 443, wo ich wenig später vorbeifuhr. Dann diese Woche, Terror direkt vor der Haustür am Gebäude meines Arbeitsplatzes (Bericht). Ein 17 jähriger Araber hatte eine Gastarbeiterin aus Nepal an einer Busstation von hinten mit einem Messer angegriffen. Daraufhin gab es ein Grossaufgebot von Sicherheitskräften direkt am Gebäude meines Arbeitsplatzes, unter anderem wurden zwei Verdächtige Araber festgenommen. Sirenen überall. Nicht angenehm.

Aber das ist Vergangenheit. Wir leben unseren Alltag weiter. Meine Kinder gehen zum Tennis, zur Gitarrenstunde und zum Fussball. Ich frage mich oft, wie meine Kinder diese Realität in unserem Land sehen, sind sie doch damit aufgewachsen.

Nächste Woche beginnt das Chanukka Fest, jeden Abend werden wir an der Chanukia eine weitere Kerze anzünden , um an die Einweihung des zweiten Tempels und das Wunder zu gedenken, was damals geschah, als das Öl für den Menorah Leuchter ausreichte, um das Licht der Menorah acht Tage lang brennen zu lassen, obwohl es nur noch für einenTag hätte reichen sollen.

In etwas 5 Stunden beginnt der Shabbat. Bis dahin muss ich noch so einiges erledigen, arbeiten,letzte Einkäufe erledigen und dann nachhause fahren.

Ich wünsche allen Lesern und uns hier in Israel einen gesegneten und ruhigen Shabbat.

Shabbat Shalom aus Jerusalem !

 

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Kategorien:Der Blog

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1 reply

  1. Der Terror, die Messerstecherei, Mord und Totschlag mit Steineverwerfern ist so unendlich traurig und das Grauen bis zur Verzweiflung. –
    Es gibt keinen Frieden, keine Sicherheit vor Sprenggürtel-Träger, wie auch immer!!!
    Und doch in dem „WIR “ uns nach Frieden sehnen bildet sich die Kraft sich zu schützen im Zeichen des schützenden Schwertes. – Friedens Gruss, wenigstens einen Moment der Zeit die uns bleibt. – Herzlichst BE

    Gefällt mir

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