Guten Morgen aus Israel

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Hallo liebe Leser,
Der Sommer ist nun schon 3 Tage alt.  Ich sitze im Bus auf meinem Weg zur Arbeit nach Jersalem und gucke aus dem Fenster. Der Himmel ist mit vielen teilweise dunklen Wolken bedeckt, als ich auf meinen Bus wartete spürte ich sogar eine leichte kühle Brise. So gefällt mir der Sommer. Im Wetterbericht werden heute 27 Grad für die Küstenregion angesagt. Man betont die 27 Grad, nur 27 Grad, also eben zu kühl für die Jahreszeit .  

( Foto: Wolken über Jerusalem )

Gestern Abend haben im Süden wieder die Sirenen geheult. Der Alarm wurde wegen einer Rakete ausgelöst, die aus dem Gazastreifen abgeschossen wurde. Sie explodierte dann irgendwo im Landkreis Chof Ashkelon auf offenem Gelände ohne Schaden anzurichten.   Die Bruchstücke der Rakete werden noch immer gesucht. Für die Kinder , die in der Gegend um den Gazastreifen herum leben, bringen die Sirenen von gestern die Erinnerungen vom letzten Jahr wieder ins Bewusstsein. So wie damals hatten die Sommerferien gerade begonnen , als die ersten Raketen auf Israel geschossen wurden. Gestern mussten die Kinder den Abend wieder , wie im letzten Jahr, in den Schutzräumen verbringen. Die Geduld, diesen Zustand weiterhin zu ertragen, wird auf eine harte Probe gestellt. Denn der Raketenbeschuss von gestern war nicht der erste, in den letzten drei Wochen hatte es schon dreimal Raketenalarm gegeben. Bri uns wird das als „Tröpfeln“ bezeichnet. Die Raketen „tröpfeln“ auf Israel, wie ein leichter Nieselregen. Kein Beschuss, es tröpfelt nur. Die Menschen im Süden wollen dieses Tröpfeln von Raketen nicht mehr hinnehmen und der Landkreisvorsitzende hat eine schärfere Reaktion auf jeden Raketenbeschuss gefordert, egal, ob sie nur tröpfeln oder in Israel explodieren.

Aber bei der UN werden die Raketenbeschüsse ja auch nicht weiter ernst genommen. Mir persönlich ist es unverständlich, wie man den Beschuss von Raketen derartig verniedlicht. Mich würde interessieren, wie Deutschland zum Beispiel reagieren würde, wenn plötzlich eine Rakete ein paar Hundert Meter entfernt von einem Kindergarten explodieren würde. Nur eine kleine Rakete., würde Deutschland sagen, ok, das war nur eine Rakete, sie hat keinen Schaden angerichtet, ist nichts passiert, der Alltag geht weiter. Wirklich ?

Was ist sonst noch  in den Schlagzeilen heute :

– Vorgestern ist bei einer Hochzeit eine Beleuchtungsanlage von der Decke auf die Feiernden gefallen, dabei ist die Tante der Braut ums Leben gekommen und weitere 14 Gäste wurden verletzt. Ein tragisches und traumatisches Erlebnis. Jetzt wird nach den Schuldigen gesucht. Es wird noch lange dauern, bis es Ergebnisse geben wird.

– Der Lynch an syrischen Verletzten: Es wird vermutet, dass bei dem Angriff einer drusischen Menge auf den Krankenwagen vorgestern Abend auch ein Soldat der israelischen Armee beteiligt war, er hätte beider Planung geholfen. Die drusischen Führung in Israel verurteilt die grausame Tat auf das schärfste.

– In einem Schwimmbad in einem Kibbutz ist ein 12 jähriger Junge ertrunken. Er war mit seiner Klasse auf Ausflug kurz vor Ende des Schuljahres und der Grundschule. Der Bademeister wird von der Polizei vernommen.

– Am Sonntag wird der Unterricht an allen Grundschulen von den Eltern bestreikt. Die Eltern sind gegen die zu großen und engen Klassen und fordern eine Aufteilung der Klassen. 40 Kinder pro Klasse sei zu viel.
So, liebe Leser , das war es erst einmal. Ein neuer Tag beginnt, ich wünsche uns allen einen angenehmen und ruhigen Mittwoch.
Shalom aus Jerusalem.



Kategorien:Aktuelles

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