Shabbat Shalom aus Israel

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Hallo liebe Leser,

heute ist der erste Freitag seit meiner Rückkehr aus Oldenburg. Der erste Shabat wieder zuhause. Vor 2 Wochen habe ich in unserer Gemeinde in Oldenburg den beginn des Shabbats gefeiert. Es war ein tolles Erlebnis , in der Synagoge in Oldenburg, meiner Heimatstadt, zu sitzen und den Shabbat zu empfangen. Ich habe vor fast 30 jahren den Beginn der neuen jüdischen Gemeinde von Oldenburg miterlebt. Davon habe ich euch ja schon in einem anderen Beitrag erzählt. Es war sehr emotionell für mich, jetzt eine so entwickelte Gemeinde zu erleben, einfach toll !in der synagogeFoto: In der Synagoge in Oldenburg

Ich bin in Oldenburg geboren und aufgewachsen. ich fühle mich auch weiterhin wie zuhause, wenn ich dort bin. Aberauf der anderen Seite empfinde  ich, dass es eben nicht mehr mein Zuhause ist. Irgendwie fühle ich mich jetzt mehr als Gast, der von aussen auf die Menschen in der Stadt schaut. Dieses Empfinden ist schwer zu erklären. Die 26 Jahre in Israel haben mich wahrscheinlich schon sehr geprägt, mich zu einem Israeli gemacht. Die Menschen in Deutschland sind so anders als hier in Israel. Die ganze Denkweise, die Anschauung des Lebens scheint verschieden zu sein. Das ist mein Empfinden, wenn ich die Menschen beobachte . Ein interessantes Thema. 

Und nun bin ich wieder zuhause in Israel. Die Lage hier ist nicht einfach nach den schrecklichen Terrorangriffen des vergangenen Monats in jerusalem und besonders nach dem massaker in der Synagoge vor ein paar Tagen. Auch dort wird heute wieder der Beginn des Shabbats gefeiert. Doch es werden einige Stühle leer bleiben, die Plätze der bei dem Anschlag ums Leben gekommenen.

Die Situation ist angespannt. gestern teilte der Bürgermeister der Stadt Ashkelon mit, es würden ab sofort erst einmal keine Araber mehr in Kindergärten Arbeiten ausführen. Natürlich eine problematische Entscheidung. Das israelische Innenministerium und auch der Wirtschaftsminister haben diese Entscheidung sofort widerrufen und der Bürgermeister wird sich dafür verantworten müssen. man kann die Sorge der Eltern verstehen. Nach den Terroranschlägen israelischer Araber weiss man nicht, wem man noch vertrauen kann. Aber es geht nicht , dass man nun alle israelischen Araber in einen Topf wirft und sie praktisch kollektiv bestraft. Aber die Sorge und das Misstrauen kann ich schon verstehen. In der Synagoge, wo das Massaker stattfand arbeitet übrigens seit jahren ein Araber als Reinigungskraft. Er arbeitet auch weiterhin dort, wurde in der Zeitung interviewt und sagte, er sei entsetzt über diese Tat.

Auf meiner heutigen Fahrt im Bus von Modiin nach Jerusalem wurden an dem Kontrollpunkt vor Jerusalem 2 Araber von israelischen Soldaten zur Kontrolle aus dem Bus genommen. Der Bus fuhr anschliessend weiter, ohne die Araber. um was es da ging, weiss ich nicht.machane jehudaFoto: Gestern am Machane Jehuda Markt in jerusalem

Heute Abend werden wir zuhause gemeinsam die Shabbatkerzen anzünden, das Wetter soll stürmischer und regnerisch werden. Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende und einen vor allem ruhigen Shabbat .

 

Shabbat Shalom aus Jerusalem !

 



Kategorien:Der Blog

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