Guten Morgen aus israel

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Hallo liebe Leser,

Heute reden in Israel alle nur über das Fußballspiel von gestern , dem Derby zwischen Hapoel und Maccabi Tel Aviv. Doch leider hat es dieses Fussballspiel nicht gegeben . Anstelle eines Spiels mit toller Atmosphäre vor vollen Rängen erlebte der israelische Sport, der israelische Fußball einen ihrer schwärzesten Tage der Geschichte. Alles begann festlich . Das Stadion war voll, auf einer Seite die roten Fans von Hapoel , gegenüber die Fans in gelb blau von Maccabi. Alles war bereit für ein tolles Fussballspiel. Schon nach wenigen Minuten ein frühes Tor für Hapoel Tel Aviv, 1:0. Jubel bei den Fans in Rot. Doch nur wenige Minuten später gibt es einen Elfmeter für Maccabi Tel Aviv. Den Elfmeter schiesst der ehemalige Spieler von Hapoel Tel Aviv, Eran Zehavi. Wenig später ist der Ball im Netz, 1:1. Zehavi jubelt und zeigt seine Hand in Richtung der Fans in Rot , so als würde er mit einer Pistole schiessen. Die „Fans“ fühlen sich provoziert. Und dann passiert es: Ein Fan rennt auf den Platz in Richtung des Spielers und greift ihn körperlich an, tritt ihn mit dem Bein. Zehavi versucht sich zu verteidigen , hebt sein Bein und die Hand , um sich zu schützen. Erst dann stürmen die Sicherheitskräfte auf das Feld und fassen den Angreifer. Es dauert einige Minuten, bis sich die Lage wieder einigermassen beruhigt hat . Und dann geht der Schiedsrichter auf den Spieler Eran Zehavi zu und zeigt ihm die rote Karte, Platzverweis! Der total erstaunte Spieler ist fassungslos und weigert sich, das Spielfeld zu verlassen und fordert seine Mitspieler und seinen trainer auf , diesen Platzverweis nicht zu akzeptieren. der Manager von Hapoel, Jordi Cruyff ( Sohn des berühmten holländischen Nationalspielers Johan Cruyff ) wendet sich an den Schiedsrichter, droht, das Spiel zu verlassen. Auch die Spieler von der Reservebank kommen auf das Spielfeld, ein grosses Durcheinander. nach weiteren Minuten geht Zehavi zusammen mit seinem manager vom Platz , ais den Rängen der Hapoel Fans werden Gegenstände auf den Platz geworfen. Dennoch wird das Spiel wieder aufgenommen. Eckball für Maccabi. Er wird abgewehrt und hapoel stürmt nach vorne . Ein Spieler von Maccabi grätscht in die Beine des Spielers von Hapoel, gelbe Karte. Und dann stürmen plötzlich zehn Anhänger von Maccabi auf den Platz, sie sind verärgert über den Platzverweis von Zehavi. Sicherheitsleute rennen hinter ihnen her, es kommt zu Rangeleien, ein Sicherheitsmensch bricht ohnmächtig zusammen. Chaos auf dem Platz. Der Schiedsrichter trifft endlich die einzig richtige Entscheidung und pfeift das Spiel ab. Es dauerte noch Stunden, bis das Stadion geräumt werden konnte, man befürchtete weitere Ausschreitungen zwischen den Fans beider Clubs. Heute wird in den Medien nur über die Ereignisse von gestern gesprochen. Der israelische Sport, der israelische Fussball, erlebte einen ihrer schwärzesten Tage und muss nun sehen, wie dieser Vorfall nun verarbeitet werden  kann. Klar ist , dass es Strafen geben wird. Das soiel wird mit Sicherheit als ein 0:0 gewertet ohne Punkte für beide Vereine. Auch droht den Clubs ein Punktabzug und vielleicht auch mehrere Spiele ohne Zuschauer . Einen Videobericht von gestern gibt es hier .Und einige Bilder von gestern vom Nachrichtenportal Ynet :114 56744530100895490637no 56745600100099490328no 5674476199095490348no

 

Soweit zum Sport, wenn man so etwas überhaupt Sport nennen kann. Ohne diesen Vorfall hätte mit Sicherheit die folgende Meldung im Mittelpunkt der Berichte gestanden. Gestern begann die Wiederaufnahme eines Prozesses gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten und ehemaligen Bürgermeisters von Jerusalem Ehud Olmert. Es geht dabei um einen grossen Bestechungsskandal , bei dem der bereits wegen eines anderen Vergehens zu 7 Jahren Haft Verurteilte Olmert wegen mangelnder Beweise freigesprochen worden war. Jetzt aber hat sich seine damalige Vertraute und ehemalige Leiterin des Büros des ehemaligen Jerusalemer Bürgermeisters, Shula Saken, bereit erklärt , ausszusagen. Dafür bekam sie Erleichterungen und eine Haftminderung in dem anderen Bestechungsskandal, wo Olmert bereits zu 7 Jahre Haft veruteilt worden war. Sie sitzt ihre 9 Monate bereits seit dem Sommer ab. Auch dieses Thema wird und hier in Israel noch sehr viel beschäftigen.

So, liebe Leser, das soll es erst einmal gewesen sein. Heute ist der 4.November, vor 19 Jahren wurde der ehemalige Ministerpräsident Itzchak Rabin von einem Juden ermordet. Über diesen Tag werde ich in einem getrennten Bericht schreiben.

Ich wünsche euch einen angenehmen Dienstag.

Shalom aus Jerusalem !

 

 



Kategorien:Aktuelles, Der Blog

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