Guten Morgen aus Israel

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Hallo, liebe Leser !

Zunächst einmal wünsche ich allen einen angenehmen Sonntag und meinen israelischen Freunden eine gute neue Woche, „Shavua Tov“ . Ich bin heute etwas spät in Jerusalem bei meiner Arbeit angekommen. Es gab viele Staus auf dem Weg und mein Bus fuhr eine Viertel Stunde zu spät los. das bedeutet, dass ich fast zwei Stunden unterwegs war von zuhause bis hierher. Mein Sohn hat das Auto gestern genommern, so dass ich den Bus von zuhause nehmen musste zur Busstation , von wo mein Bus nach Jerusalem fährt.  So, soweit zu meinem Arbeitsweg.

Heute nachmittag muss ich leider zu einer Beerdigung gehen. Gestern abend rief uns der Sohn einer ehemaligen Nachbarin aus unserer Zeit in Jerusalem an und sagte, dass seine Mutter gestorben sei. da wir sie lange Zeit kannten, gehört es sich einfach , auch an traurigen Ereignissen teilzunehmen. Die Trauer im Judentum ist anders als im christlichen Glauben. Die Beerdigung muss traditionsgemäss innerhalb von 24 Stunden nach dem Eintreten des Todes stattfinden. Dass heist, dass man sich sofort um die Vorbereitungen der Beerdigung kümmern muss. Ich habe hier oben einen Link angegeben , wo man über die Trauer im Judentum nachlesen kann. Nach der Beerdigung beginnt die sogenannte „Shivah“ , man sitzt zuhause  zur Trauer 7 Tage lang . In der Zeit werden Gäste empfangen, die kommen, um ihr Beileid auszusprechen. jeden Abend wird dann das Abendgebet gesprochen mit der “ Azkara“ , der Erinnerung an den Verstorbenden. Am Ende dieser Trauerwoche geht man noch einmal auf den Friedhof und gedenkt dem Verstorbenen. Nach einem Monat wird dann der Grabstein enthüllt. Dann, nach 11 Monaten gibt es eine weiter „Azkar“ Zeremonie auf dem Friedhof , wie auch nach 12 Monaten, zum Jahrestag. Nach der Beerdigung und auch an jedem Jahretag wird die “ Erinnerungskerze“ , die „Ner Neshama“ angezündet, sie brennt dann für 26 Stunden.

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Von da an wird jedes Jahr zum Todestag die „Azkara“ auf dem Friedhof abgehalten. Das wird meistens gemacht für Verwander ersten Grades, Eltern, Geschwister, Kinder. Für meinen Schwiegervater machen wir das leider schon seit 20 Jahren. Wenn es geht. Zunächst geht man auf den Friedhof , anschliessend zum Haus des Verstorbenen. Sollte kein Familienangehöriger mehr zuhause wohnen geht man zum Gebet in die Synagoge und schliesst die „Azkara“ in das Gebet in der Synagoge ein.

Nach jeder Zeremonie und auch Beerdigung ist es Pflicht, eine „Se´uda“ abzuhalten. Diese „Se´uda“ muss nach jeder Zeremonie gehalten werden, also auch nach einer Hochzeit oder einer Bar Mitzva.

So, liebe Leser, das war diesmal ein etwas traurigeres Thema, aber auch das ist ein Teil unseres Lebens.

Ich wünsche allen einen angenehmen Sonntag, wie immer seid ihr eingeladen, Fragen zu stellen und zu kommentieren.

Shalom und Shavua Tov aus Jerusalem !



Kategorien:Der Blog, Judentum

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